Aktien Schweiz: Weiterhin mit angezogener Handbremse unterwegs

Der Schweizer Aktienmarkt hält zur Wochenmitte die Gewinne der letzten Tage, tendiert am Mittag allerdings allenfalls leicht im Plus. Dennoch wurde am Morgen wieder ein neues Jahreshoch markiert. Vor der US-Zinsentscheidung am Abend oder auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich herrsche allerdings Zurückhaltung an den europäischen Finanzmärkten, heisst es am Markt.
03.05.2017 12:56

Der Schweizer Aktienmarkt hält zur Wochenmitte die Gewinne der letzten Tage, tendiert am Mittag allerdings allenfalls leicht im Plus. Dennoch wurde am Morgen wieder ein neues Jahreshoch markiert. Vor der US-Zinsentscheidung am Abend oder auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich herrsche allerdings Zurückhaltung an den europäischen Finanzmärkten, heisst es am Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.50 Uhr 0,1% höher bei 8'877,46 Punkten. Neues Jahreshoch markierte er bei 8'886 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,03% auf 1'419,77 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,04% auf 10'062,78 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren im Plus und im Minus.

Swisscom (+1,9%) können mit der Zahlenvorlage vom Morgen offenbar überzeugen und legen kräftig zu. Der Telekommunikationskonzern hat mit den für Januar bis März präsentierten Gewinnzahlen die Erwartungen der Analysten auch dank einem verbesserten Finanzergebnis zum Teil deutlich übertroffen und bekräftigt die Ziele für das laufende Jahr. Hingegen sorgt die Ergebnisqualität für Gesprächsstoff.

Noch fester stehen aktuell nur Aryzta (+2,5%). Geberit (+1,7%) tendieren wieder mit positiven Vorzeichen, nachdem am Vortag der Quartalsausweis noch Verkäufe ausgelöst hatte. Und Clariant (+0,6%) profitieren von einer Kursziel-Erhöhung durch Barclays beim unveränderten Anlagevotum "Equal Weight".

LafargeHolcim (-1,3%) geben trotz erfreulicher Ergebnisse im ersten Quartal hingegen deutlich ab. Den Titeln bleiben somit Anschlusskäufe nach einem guten Vortag verwehrt. Die ausgewiesenen Zahlen überzeugen die Analysten zwar: Denn ungleich wie viele Quartale zuvor wartete das Unternehmen mit einem besser als erwartet ausgefallenen Umsatz auf. Doch die Margenverbesserung fiel etwas geringer aus als erhofft. Die bisherigen Jahresvorgaben werden durch das Unternehmen bestätigt.

Stark belastetet sind des weiteren Bâloise (-2,8% oder -4,10 CHF), wobei hier hauptsächlich der Dividendenabgang von 5,20 CHF eine Rolle spielt, sowie die Aktien des Lifesciencekonzerns Lonza (-1,7%). Letztere wurden mit heutigem Datum wieder in den prestigeträchtigen Leitindex SMI aufgenommen. Bereits am Vortag hatten die Papiere der Basler mit dem Start des Bezugsrechtehandels für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung um deutliche 6,5% nachgegeben.

Lonza ersetzten im SMI den Pharmakonzern Actelion, dessen Übernahme durch die US-Firma Johnson&Johnson unmittelbar bevorsteht. In den SLI rücken in der Folge die Aktien der im Bereich Private Equity tätigen Partners Group (+0,9%).

Die Bankenpapiere Credit Suisse (+0,1%), UBS (+0,6%) und Julius Bär (+0,4%) tendieren derweil eher unauffällig. Besonders gestützt wird der Gesamtmarkt von den Pharma-Schwergewichten Roche (+0,8%), wo die US-Gesundheitsbehörde FDA den Ventana PD-L1 Biomarker Test als komplementäre Diagnostik bei einer bestimmten Form von Blasenkrebs zugelassen hat. Novartis (-0,2%) und Nestlé (unv.) sind wenig bewegt.

Am breiten Markt verlieren Schmolz+Bickenbach (-2,1%) nach Zahlen mittlerweile, obwohl diese stark ausgefallen sind und Kepler Cheuvreux im Nachgang gar das Anlagerating "Reduce" in Revision nimmt.

Beim Pharmazulieferer Siegfried (Aktie -1,0%) wurde zudem bekannt, dass der Investor Rainer-Marc Frey seine Beteiligung signifikant auf 2,76% abgebaut hat - nach 8,63% per Ende 2016. Mit Dividendenabgang gehandelt werden unter anderem die Aktien von EFG (-3,6%) und Helvetia (-2,3%).

Ypsomed (+4,2%) profitieren auf der anderen Seite von guten Zahlen des dänischen Insulinherstellers Novo Nordisk, der mit einem Gewinnplus ins neue Jahr gestartet ist. Ypsomed stellt Insulin-Pens zur Verabreichung des Hormons her.

ys/cp

(AWP)