Schweizer Börse - SMI weiterhin wenig verändert - Investoren zurückhaltend

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt am Mittwochmittag weiterhin keine klare Richtung. Die Stimmung der Anleger bleibe zurückhaltend, auch die Volumen seien eher bescheiden, hiess es im Handel.
08.03.2017 12:45
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich. Die Bankaktien sind gesucht.
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich. Die Bankaktien sind gesucht.
Bild: cash

Weiterhin warten die Investoren auf die EZB-Sitzung am Donnerstag und die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Am Nachmittag werden die in den USA veröffentlichten ADP-Beschäftigungszahlen erste Hinweise auf den Arbeitsmarktbericht liefern.

Mit den Signalen der US-Fed-Chefin Janet Yellen für eine Zinsanhebung vom Freitag sei die jüngste Rally an den US-Märkten zum Halten gekommen, meinte ein Kommentator. Die meisten Beobachter rechnen nun fest mit einer US-Zinserhöhung Mitte März - so spricht Morgan Stanley von einer Wahrscheinlichkeit von 80%. Hierzulande geht die Berichtssaison auch am Mittwoch mit einer Reihe von Ergebnissen aus dem breiten Markt weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) steht am Mittag um 0,13% im Minus bei 8'613,09 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, liegt mit +0,10% auf 1'368,32 Punkten im Plus, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,13% auf 9'495,54 Zähler nachgibt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Plus und 14 im Minus.

Banken stützen

Ein stärkeres Abgleiten der Indizes wird vor allem von den Grossbanken-Werten CS (+1,6%) und UBS (+1,3%) verhindert, die im Einklang mit anderen europäischen Bankenwerten zulegen. Als Gründe für die verbesserte Stimmung wird im Handel auf die anstehenden US-Zinserhöhungen verwiesen. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (+0,1%) liegen leicht im Plus. Auch die Versicherungswerte Zurich (+0,4%), Swiss Life (+0,5%) und Bâloise (+0,9%) legen zu.

Dagegen lasten die Börsen-Schwergewichte Nestlé (-0,7%) sowie Roche (-0,6%) und Novartis (-0,3%) mit Abgaben auf den Indizes. Roche werden zwar von einer Studie von Barclays gestützt, in der die Analysten die Abdeckung des Pharmawerts mit "Overweight" aufnehmen, während Novartis ein "Underweight"-Rating erhält. Allerdings seien gerade Roche in der letzten Zeit sehr gut gelaufen, meinte ein Händler. Den Pharmaunternehmen drohen zudem weiterhin Preissenkungen der neuen US-Regierung.

Actelion (+0,1%) legen zu, nachdem JPMorgan das Rating für die Titel des Baselbieter Pharmaunternehmens auf "Overweight" angehoben und das Preisziel mit 292 CHF festgelegt hat. Dieses liegt damit über dem von Johnson&Johnson offerierten Kaufpreis von 280 USD, der Rest spiegelt die Bewertung der neuen Forschungsgesellschaft unter Führung von Actelion-CEO Jean-Paul Clozel wider, den die Aktionäre als Sachdividende erhalten sollen.

Zu den Tagesgewinnern gehören ausserdem die Titel der Uhrenkonzerne Swatch (+0,4%) und Richemont (+1,2%). In dem für die Luxusgüterbranche wichtigen Markt China haben die Exporte im Februar etwas schwächer angezogen als erwartet, die Importe sind allerdings sehr deutlich angestiegen.

Am breiten Markt geben Lindt&Sprüngli (-1,1%) nach, nachdem die Titel des Schokoladeproduzenten am Dienstag nach der Zahlenvorlage noch etwas fester geschlossen hatten. Sulzer (-1,5%) werden von einer Ratingsenkung durch die HSBC auf "Reduce" belastet.

Bossard im Plus

Klar im Plus notieren Bossard (+2,8%) und Gurit (+1,5%) nach positiven Jahresergebnissen der Industrieunternehmen. Nach Zahlen notieren zudem die Titel des Lagerlogistikers Kardex (+0,3%) nach starken Start am Mittag noch leicht im Plus. Mit Abgaben werden im Handel die Ergebnisse des Komponentenherstellers Feintool (-1,5%) aufgenommen.

Abgaben erleiden auch die Titel des Schliesstechnik-Unternehmens Dormakaba (-4,5%), das im ersten Halbjahr 2016/17 die Erwartungen punkto Reingewinn verfehlt hat. Zudem hat die Walliser Kantonalbank (+0,7%) für 2016 einen gehaltenen Reingewinn ausgewiesen, das operative Ergebnis wurde allerdings durch eine Pensionskassenrückstellung belastet.

(AWP)