Aktien Schweiz: Wenig verändert - SMI auf Richtungssuche

Der Schweizer Aktienmarkt tut sich am Freitag in einem an Impulsen armen Geschäft auf der Suche nach einer Richtung schwer. Nach zunächst festeren Notierungen, war der Leitindex SMI zwischenzeitlich in die Verlustzone abgerutscht und tendiert nun kaum verändert. Damit kann der SMI die Erholung vom Donnerstag vorerst nicht fortsetzen. Am Nachmittag warten die Anleger noch auf frische Daten zum US-Immobilienmarkt.
17.11.2017 12:30

An den Finanzmärkten überwiegt die Unsicherheit, wohin die Reise in den kommenden Tagen gehen könnte. Die Sorge vor einer erneuten Korrektur sei auf den hohen Bewertungsniveaus nach wie vor gross, so ein Händler. Gleichzeitig sei der Risikoappetit am Donnerstag nach mehreren rückläufigen Handelstagen dank guter Konjunktur- und Unternehmensdaten an die Börse zurückgekehrt. Verhalten aufgenommen wurde der positive Entscheid im US-Repräsentantenhaus zur Steuerreform. Denn mit der Abstimmung im Senat stehe eine noch grössere Hürde bevor.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert bis 11.55 Uhr mit 0,01% leicht höher bei 9'147,61 Punkte und steht damit um 0,2% über dem Schlusskurs von letzter Woche. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsst derzeit 0,03% auf 1'480,88 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,02% auf 10'496,93 Punkte ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Minus, elf im Plus und drei (Dufry, Vifor, CS) unverändert.

Bei den Blue Chips sind Richemont (-0,9%) ans Tabellenende abgerutscht. Den Titeln machen Händlern zufolge Spekulationen um Leerverkäufe zu schaffen. Richemont hatten am Donnerstag wie auch ABB (aktuell -0,5%), Sonova (-0,7%) oder Lonza (-0,4%) noch zu den grössten Gewinnern gezählt.

Roche (-0,2%) drehten nach gutem Beginn in die Verlustzone. Dabei konnte der Pharmakonzern mit guten News aus der Produktpipeline aufwarten. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Medikament Hemlibra (Emicizumab) zur Behandlung von Hämophilie (Bluterkrankheit) ebenso grünes Licht erteilt wie Gazyva zur Behandlung von Patienten mit zuvor unbehandeltem Lymphdrüsenkrebs (follikuläres Lymphom). Mit beiden positiven Entscheiden habe man am Markt gerechnet, hiess es jedoch im Handel.

Die beiden weiteren Index-Schwergewichte Nestlé (-0,1%) und Novartis (+0,4%) liegen uneinheitlich im Rennen, wobei Novartis dem Gesamtmarkt weiterhin eine Stütze bietet.

Besser als der Gesamtmarkt halten sich Finanzaktien. Julius Bär steigen um 0,2%. Der Vermögensverwalter wird am Montag im Interim Management Statement über den Geschäftsverlauf der ersten zehn Monate berichten. Swiss Re legen nach einer Kurszielerhöhung um 0,5% und Zurich Insurance nach einer Ratingerhöhung um 0,6% zu. Bei Zurich verweisen die Jefferies-Analysten auf die "bemerkenswerte" Erholung der Kapitalposition und die Aussicht auf höhere Dividenden.

Dufry (unv.) liegen nach anfänglichen Abgaben nun auf Vortagesniveau. Dem Reise-Detailhändler gelang es, die Refinanzierung des Hauptteils seiner Bankkredite im Wert von 3,4 Mrd CHF erfolgreich abzuschliessen. Die neue Finanzierungsstruktur führe zu jährlichen Zinseinsparungen und erhöhe die finanzielle Flexibilität, so Dufry.

Am breiten Markt klettern Poenina (+4,7%) am Tag nach dem Börsengang weiter in die Höhe und liegen nun bereits mit 17% über dem Ausgabepreis von 46 CHF. Stark in die Höhe geht es auch für Zehnder (+4,6%). Die Papiere profitieren vom Einstieg der als aktivistischer Investor geltenden Veraison. Am Markt geht man davon aus, dass Veraison das Engagement bei Zehnder noch ausbauen dürfte.

Schaffner haben das Vorzeichen gewechselt und gewinnen 0,3%. Knapp drei Wochen vor Bekanntgabe des Jahresergebnisses 2016/17 hat der Hersteller von Elektrokomponenten angekündigt, dass mit einem Umsatzwachstum von 5,5% und einer Ergebnissteigerung auf 7 bis 9 Mio CHF gerechnet wird. Aevis Victoria (+0,2%) meldete derweil ein kräftiges Umsatzwachstum für die ersten neun Monate, wobei die Integration der Genfer Privatklink Générale-Beaulieu das Wachstum befeuerte.

Auf der Gegenseite büssen Conzzeta 1,1% ein. Im Interview mit AWP hat sich CEO Michael Willome für die Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr grundsätzlich zuversichtlich gezeigt. Ob allerdings die in einer Neuausrichtung steckende Sportartikelsparte Mammut in die Gewinnzone zurückkehren kann, bleibe abzuwarten.

mk/cp

(AWP)