Asiens Börsen unter Druck - Notenbanken enttäuschen Anleger

Tokio (awp/sda/reu) - Das Stillhalten der US-Notenbank Fed und der Verzicht auf weitere Konjunkturstützen in Japan haben die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten am Donnerstag getrübt. Dazu kam die Unsicherheit über den Ausgang des Referendums über die Zukunft Grossbritanniens in Europa.
16.06.2016 08:21

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss drei Prozent schwächer bei 15.454 Punkten und erreichte damit den niedrigsten Stand seit etwa vier Monaten. Der breiter gefasste Topix verlor 2,8 Prozent auf 1241 Zähler.

Die Bank von Japan tastete ihre Geldpolitik nicht an und hielt an ihrer optimistischen Konjunktureinschätzung fest, obwohl der Yen zulegte und die Exporte belastet.

"Die Bank von Japan sitzt in der Patsche. Sie wird mehr als andere hoffen, dass die Briten sich nicht für ein Ausscheiden aus der EU entscheiden, weil sonst der Yen steigt und sie etwas tun muss, um die Kurse zu stabilisieren", sagte Chris Weston, Chefstratege bei IG in Melbourne. Die Briten stimmen am 23. Juni ab. In Umfragen liegen EU-Befürworter und EU-Gegner in etwa gleichauf. Experten befürchten Verwerfungen an den Devisenmärkten, wenn Grossbritannien die EU verlässt.

Auch an anderen asiatischen Märkten ging es bergab. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans sank um ein Prozent. In China verlor der Index der Börse Shanghai 0,3 Prozent, der CSI300 der wichtigsten Aktien in Shanghai und Shenzhen gab 0,5 Prozent nach.

Die US-Börsen hatten am Mittwoch den fünften Handelstag in Folge mit Verlusten geschlossen. Die US-Notenbank Fed verschob die nächste Zinserhöhung auf die Zeit nach dem in der Finanzwelt mit Bangen erwarteten Votum der Briten, der auch die US-Wirtschaft treffen könnte. Aber die Währungshüter signalisierten zugleich, dass sie 2016 zwei Zinsschritte nach oben wagen wollen - den ersten womöglich bereits im Sommer.

(AWP)