Der Markt wartet gespannt auf die Vorlage der US-Inflationsdaten am frühen Nachmittag. Diese haben zuletzt an Bedeutung gewonnen, zumal die US-Notenbank Fed zuletzt signalisiert hat, ihren Straffungskurs zu beschleunigen.

Zu gross bleibt die Unsicherheit darüber, welche Rolle die Omikron-Variante für das Infektionsgeschehen und damit auch für Wirtschaft und Gesellschaft noch spielen wird. Zuletzt habe es positiv, aber auch eher negativ klingende Nachrichten gegeben, heisst es im Handel. Ebenfalls nicht zu vergessen, sind die Nachrichten um die verschuldeten Immobilienkonzerne Evergrande und Kaisa, die Dollarzahlungen nicht bedienen konnten. Die Ratingagentur Fitch hat bei beiden vor einem unmittelbar bevorstehenden Zahlungsausfall gewarnt.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst gegen 11.05 Uhr 0,52 Prozent auf 12'542,17 Punkte ein. Der die 30 wichtigsten Aktien enthaltende SLI verliert 0,67 Prozent auf 2020,04 und der breite SPI 0,56 Prozent auf 16'013,84 Zähler. Bei den Blue Chips dominiert die Farbe Rot das Kurstableau - nur zwei Papiere notieren fester.

Vifor verlieren 2,5 Prozent. Das Pharmaunternehmen hat mit einer potentiellen Nierenbehandlung einen Forschungsrückschlag erlitten - bereits den zweiten in Folge. Und bereits in den vergangenen Tagen hatte sich die Aufregung um das angebliche Kaufinteresse von CSL an Vifor wieder deutlich gelegt.

Swiss Life (+0,1 Prozent) und Swiss Re (-0,3 Prozent) tendieren etwas über dem Markt. Der Rückversicherer hat seine Lebensversicherungstochter ElipsLife an Swiss Life International verkauft. Analysten sprechen von einem eher überraschenden Deal.

Andere Finanzwerte büssen deutlicher an Terrain ein. Partners Group etwa verlieren 1,6 Prozent, die Grossbankenaktien Credit Suisse und UBS halten sich mit -0,3 Prozent aber ebenfalls besser als der Gesamtmarkt.

So richtig nach unten geht es mit zuletzt gut gelaufenen Medtech-Aktien wie Alcon (-2,6 Prozent), Sonova (-2,0 Prozent) und Straumann (1,8 Prozent). Bei den Zyklikern stehen Geberit (-1,8 Prozent), Schindler (-1,4 Prozent) und ABB (-1,0 Prozent) auf den Verkaufszetteln.

Gewinne werden auch bei den Gesundheitswerten eingestrichen - allen voran bei Lonza (-1,4 Prozent). Roche (-0,2 Prozent) halten sich derweil besser als Novartis (-0,8 Prozent). Interviews des Novartis-Chefs lassen die Anleger kalt. Laut Vas Narasimhan stösst ein möglicher Verkauf der Generika-Tochter Sandoz offenbar auf Interesse in der Branche. Man habe "verschiedene Anfragen nach näherer Information" erhalten, sagte der CEO in Zeitungsinterviews.

Das dritte Schwergewicht Nestlé stützt den Gesamtmarkt mit einem Minus von "bloss" 0,1 Prozent. Der zur Wochenmitte angekündigte Aktienrückkauf ist bei Analysten auf viel Wohlwollen gestossen.

Für einmal haben die Papiere des Zementkonzerns Holcim mit +0,4 Prozent die Spitzenposition im SMI inne. Die Aktien zählen zu den Verlierern des aktuellen Börsenjahres und werden laut Händlern mit einem "ESG-Malus" gehandelt.

Auf den hinteren Rängen fallen Edisun Power (-1,7 Prozent) negativ auf. Der Solarstromproduzent stellt sich neu auf: Es kommt zu einer grösseren Akquisition - Kapitalerhöhung inklusive. Und der CEO verlässt das Unternehmen.

Dagegen ziehen Relief Therapeutics um 1,9 Prozent an. Das potentielle Covid-Mittel Zyesami könnte demnächst in Ungarn und damit auch im ersten europäischen Land als Notfallanwendung zugelassen werden.

Asmallworld rücken um 5,6 Prozent vor. Das soziale Netzwerk für Reiche hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2021 leicht erhöht. Und für Varia US werden 2,2 Prozent mehr bezahlt, weil das Immobilienunternehmen eine um 50 Prozent höhere Dividende vorschlagen will.

(AWP)