Handelsdisput belastet Schweizer Börse

Die globalen Handelsstreitigkeiten haben die Schweizer Börse auch am Mittwoch belastet.
05.09.2018 17:38

Der SMI sank um 0,9 Prozent auf 8869 Punkte.

Vor neuen Verhandlungen über eine Neuauflage des Nafta-Freihandelsabkommens mit den USA gab sich Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau kompromisslos. Nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Deal platzen zu lassen, seien Anleger skeptisch, ob der US-Präsident ernsthaft an einer Einigung interessiert ist, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Anleger fürchten zudem eine Eskalation des US-chinesischen Zollstreites. US-Präsident Donald Trump könnte in den kommenden Tagen neue Strafzölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängen.

Mit Ausnahme einiger Finanzwerte gaben die Standardwerte nach. Die Aktien von Credit Suisse stiegen knapp um 0,1 Prozent. Julius Bär gaben 0,2 Prozent nach. Die UBS-Anteile wiederum zogen 1,3 Prozent auf 15.44 Franken an. Bank of America Merrill Lynch hat einem Händlern zufolge die Kaufempfehlung für UBS und das Kursziel von 22 Franken bekräftigt. Die Pläne der Schweizer Regierung für eine Teilprivatisierung der Banktochter der Schweizer Post beeinflusste die Kurse der Banken laut Händlern kaum. Die PostFinance solle künftig auch selbst Kredite und Hypotheken vergeben dürfen.

Bei den Versicherungswerten rückten die Zurich-Titel gegen den schwächeren Sektortrend leicht vor.

Aktien zyklischer Firmen standen im Abseits. Die Anteile von Richemont und Swatch büssten 2 und 2,3 Prozent ein. Anleger fürchten negative Auswirkungen aufs Geschäft der beiden Luxusgüter-Hersteller durch die Handelsstreitigkeiten. Die Titel des Zementproduzenten LafargeHolcim sanken um 2,1 Prozent.

Auch die an sich als krisensicher geltenden Indexschwergewichte gaben nach: Nestle und Roche waren 0,7 und 1,5 Prozent tiefer, Novartis verlor 1,5 Prozent an Wert.

Am breiten Markt sackten die Temenos-Aktien 11,3 Prozent auf 152.40 Franken ab. Jefferies hat die Analyse der Bankensoftwarefirma mit der Empfehlung "Sell" und einem Kursziel von 120 Franken gestartet. Temenos hat mit der griechischen Bank Praxia einen weiteren Kunden für seine Softwareplattform gewonnen.

Die Titel von Kuros stürzten knapp zwölf Prozent ab. Die Barreserven der Pharmafirma schrumpften im ersten Halbjahr auf 9,7 Millionen Franken.

Nach Tagen mit fallenden Kursen stiegen die Aktien der GAM Holding um 2,5 Prozent.

Die Schwäche der US-Technologiebörse Nasdaq drückten auf die Kurse der Technologiewerte. AMS, Logitech und U-blox verloren deutlich an Wert. Die Aktien von Kudelski trotzten dem Trend und stiegen um 2 Prozent. Der Telekomkonzern Vodafone nutzt eine Sicherheitssoftware der Firma.

(Reuters)

 
Aktuell+/-%
SMI10'817.15+1.03%
CS Group N13.035-2.58%
Julius Baer Grp N56.16-0.95%
Bank of America Rg35.53-0.73%
UBS Group N14.600+1.35%
Zurich Insur Gr N385.90+2.52%
The Swatch Grp I279.70-0.07%
CieFinRichemont N89.32+0.13%
LafargeHolcim N52.68+1.50%
Roche Hldg G301.65+0.47%
Novartis N80.94+1.57%
Nestle N97.78+0.88%
TEMENOS N128.05+1.91%
Kuros Bioscienc N2.270+3.65%
NASDAQ13'358.79-1.69%
Logitech Intl N99.00+0.47%
Kudelski P4.760-0.31%
GAM Hldg N2.470+3.78%
ams I20.08-4.47%
u-blox Hldg N70.00+0.07%
Vodafone Group Rg1.242+0.42%