Handelsstreit belastet Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat sich am Montag abgeschwächt. Die Angst vor einer Eskalation des US-chinesischen Handelsstreits dämpfte laut Händlern den Risikoappetit der Anleger.
17.09.2018 17:33

Der SMI sank um 0,4 Prozent auf 8934 Punkte. Es sei wichtig, dass der Leitindex die charttechnisch wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie bei 8900 Zählern verteidigen könne. Sollte der Leitindex darunter fallen, gibt es für den Leitindex der Zürcher Kantonalbank zufolge erst bei 8800 Punkten wieder eine Unterstützung.

"Solange es in dieser Sache keine Fortschritte gibt, werden die Märkte auch nicht vom Fleck kommen", sagte ein Börsianer mit Blick auf den Handelsstreit. Gegen Ende der Vorwoche hofften viele Anleger auf eine Einigung der USA und Chinas. Laut Insidern könnte Trump noch diesen Montag neue Zölle gegen China auf Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar verkünden. Für diesen Fall drohte China mit einer Eskalation des Streits. So könnte die Führung in Peking der geplanten nächsten Verhandlungsrunde fernbleiben, zitierte das "Wall Street Journal" chinesische Regierungskreise. Man werde nicht "mit der Pistole auf der Brust" Gespräche führen.

Der Handelsdisput machte etwa den exportorientierten Luxusgüterproduzenten zu schaffen. Die Aktien von Richemont büssten 1,5 Prozent ein und die von Swatch 0,3 Prozent.

Die Aktien der Banken stiessen im Sog der anziehenden Kurse bei den europäischen Mitbewerbern in die Gewinnzone vor. Credit Suisse legte 0,6 Prozent zu. "Hier wiegen sich erfreuliche und weniger erfreuliche Neuigkeiten auf", sagte ein Händler. Einerseits rechnet das zweitgrösste Schweizer Geldhaus für die kommenden zwei Jahre mit Gewinnen zwischen fünf und sechs Milliarden Franken, wie Bankchef Tidjane Thiam der "NZZ am Sonntag" sagte. Andererseits wurde das Institut von der Finma wegen Verstößen gegen Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche gerügt und bekommt von der Aufsicht einen Aufpasser zur Seite gestellt.

Die Anteile der UBS rückten um 0,3 Prozent vor. Auch die Titel der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel und der meisten Versicherungen erholten sich.

Die Anteile von zyklischen Firmen wie dem Elektrotechnikkonzern ABB, dem Zementproduzenten LafargeHolcim, der Bauchemiefirma Sika und des Inspektionsunternehmens SGS büssten Terrain ein.

Auch die als defensive Anlage geltenden SMI-Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche büssten mehr als ein halbes Prozent an Wert ein.

Grösster Gewinner unter den Standardwerten war der Telekomkonzern Swisscom mit einem Kursplus von 1 Prozent.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Burkhalter um 3,8 Prozent. Die Elektroinstallationsfirma verdiente im ersten Halbjahr mit 9,6 Millionen Franken um mehr als ein Drittel weniger. Die Firma geht davon aus, die angestrebte Betriebsgewinnmarge (Ebit) von rund sechs Prozent erreichen zu können.

Die Schwäche des US-Technologiesektors machte auch den Schweizer Branchenvertretern zu schaffen. Die Aktien der Chip- und Sensorhersteller AMS und U-blox gaben kräftig nach. Die Aktien der Bankensoftware-Firma Temenos verloren 3,7 Prozent.

Die Aktien der Schweizer Biotech-Firma ObsEva, die Mitte Juli zu einem Kurs von 15,50 Franken an der Schweizer Börse debütiert hatten, stiegen bei vergleichsweise guten Umsätzen um 6,8 Prozent auf 15,65 Franken.

(Reuters)

 
Aktuell+/-%
SMI10'806.98-0.09%
CieFinRichemont N90.88+1.75%
The Swatch Grp I282.80+1.11%
CS Group N12.880-1.19%
Julius Baer Grp N57.18+1.82%
UBS Group N14.545-0.38%
Vontobel Holding N73.55+3.59%
ABB N27.36+0.92%
LafargeHolcim N52.98+0.57%
Novartis N81.09+0.19%
Roche Hldg G300.20-0.48%
Sika N254.70+0.43%
SGS Rg2'650.00+0.15%
Nestle N97.25-0.54%
Sensirion Hldg N59.30+0.34%
Burkhalter Hldg N70.10-0.43%
Swisscom N462.80-0.41%
TEMENOS N128.65+0.47%
ams I20.34+1.29%
u-blox Hldg N70.50+0.71%