Index-Schwergewichte drücken Schweizer Börse ins Minus

Kursverluste der Index-Schwergewichte haben die Schweizer Börse am Mittwoch ins Minus gedrückt.
05.07.2017 17:37

Händlern zufolge fehlten über weiter Strecken auch Impulse, weil in den USA die Finanzmärkte am Dienstag wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen blieben. Ausserdem scheuten viele Anleger vor der Veröffentlichung des Protokolls des jüngsten Offenmarkt-Treffens der US-Notenbank das Risiko. Auch der bevorstehende G20-Gipfel, der am Freitag in Hamburg beginnt, dämpfe die Kaufbereitschaft der Anleger. Der SMI sank um 0,2 Prozent auf 8954 Punkte.

Weitere Hinweise auf US-Konjunktur und die Geldpolitik der Fed erhoffen sich die Marktteilnehmer von den Arbeitsmarktdaten und dem ISM-Einkaufsmanagerindex, die am Donnerstag und Freitag auf dem Programm stehen. "Sollten die Daten besser als erwartet ausfallen, könnte dies den Märkten endlich wieder die nötigen Aufwärtsimpulse geben", sagte ein Börsianer. Kommende Woche dürfte zudem die beginnende US-Bilanzsaison für frischen Wind sorgen. Den Anfang machen dabei die Banken. "Dabei könnte es durchaus zu positiven Überraschungen kommen", sagte ein Händler.

Der Indexrückgang war überwiegend den Kurseinbussen der drei SMI-Riesen Nestle, Novartis und Roche geschuldet. Die Novartis-Aktie lagen 0,3 Prozent im Minus bei 80,15 Franken. Credit Suisse nahm die Empfehlung für den Pharmakonzern auf "Underperform" von "Neutral" zurück. Das Kursziel lautet auf 77 Franken.

Im Sog von Novartis rutschten auch die Roche-Scheine 0,4 Prozent ab. Dass der Pharma- und Diagnostikkonzern einen vollautomatischen HIV-Test auf den Markt bringt, mit dem die Unterscheidung verschiedener HIV-Typen und damit die Behandlung verbessert werden kann, half den Titeln nicht. Die Anteile von Nestle gaben 0,8 Prozent nach. Der Lebensmittelkonzern erwarb im Rahmen des jüngst gestarteten Aktienrückkaufs fast 60.000 eigene Titel auf der zweiten Handelslinie.

Die Aktien von Idorsia nahmen nach dem Taucher vom Vortag ihre Aufwärtsbewegung wieder auf und rückten 1,5 Prozent vor. Der Wert der Forschungsfirma hatte sich seit der Abspaltung vom Biotech-Unternehmen Actelion vor gut zwei Wochen verdoppelt.

Die Aktien von Clariant sanken nach dem kräftigen Kursplus am Dienstag um 1 Prozent. Grossaktionäre laufen Sturm gegen die geplante milliardenschwere Fusion der Chemiefirma mit dem US-Rivalen Huntsman. Der Hedgefonds Corvex forderte die Clariant-Spitze am Dienstag auf, einen für die Eigner lukrativeren Deal einzufädeln. Das hatte für Kursfantasie gesorgt und spekulativ orientierte Anleger angelockt.

Anteile zyklischer Firmen tendierten meist höher. Zu den wenigen Kursverlierern gehörten SGS.

Gefragt waren die Titel von Swatch mit 1,1 Prozent Plus. "Möglicherweise positionieren sich manche Anleger in den Uhrenaktien, weil sie auf eine positive Überraschung im Halbjahresbericht wetten", sagte ein Händler. Die Swatch-Zahlen stehen zwar erst im August auf dem Programm, wurden in den vergangenen Jahren oftmals aber bereits vor dem offiziellen Termin veröffentlicht. Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont dagegen bröckelten 0,1 Prozent ab.

Die Finanzwerte gabe nach einem festen Start wieder etwas nach. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Sektor wegen der steigenden Anleiherenditen, die mehr Gewinn verheissen, die Anleger jüngst angelockt hatte. Die Anteile der Credit Suisse und der UBS schlossen unverändert.

Am breiten Markt waren Anteile von Maschinen- und Anlagenbauern gefragt: Phoenix Mecano, Oerlikon und Meyer Burger gewannen deutlich an Wert.

Rieter stiegen um 5,6 Prozent und Schweiter um 2,2 Prozent. Schweiter verkauft den Textilmaschinenbereich an Rieter und expandiert im Verbundwerkstoffsektor.

(Reuters)