Nordkorea-Konflikt vergrault Schweizer Anleger

Aus Angst vor einer Eskalation der Nordkorea-Krise haben die Schweizer Anleger zu Wochenbeginn Aktien nur mit spitzen Fingern angefasst.
04.09.2017 17:46

Der SMI büsste 0,9 Prozent auf 8864 Zähler ein. Da in den USA wegen des Labor-Day-Feiertags die Börsen geschlossen blieben, hätten sich die Aktivitäten in Grenzen gehalten.

Nordkorea hatte am Wochenende ungeachtet internationaler Sanktionen eine Wasserstoffbombe gezündet, die als Sprengkopf für seine Interkontinentalraketen dienen soll. US-Präsident Donald Trump hatte mit einem Militäreinsatz gedroht. China und Russland warnten vor einer Eskalation des Konflikts .

Der Atomtest in Nordkorea habe die Anleger verunsichert. Daher griffen viele von ihnen nach den sicher geltenden Staatsanleihen, dem Franken sowie Gold, hiess es am Markt. Die Nervosität der Investoren sei zwar ein wenig gestiegen. "Von Panikverkäufen sind wir weit entfernt. Aber die Leute sind einfach vorsichtig". Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex, stieg um sechs Prozent auf 13,7 Punkte. "Damit sind wir aber noch um einiges vom Jahreshoch von über 18 Punkten entfernt, das wir Mitte August erreicht hatten", sagte ein Börsianer.

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Novartis. Die schwergewichtigen Papiere büssten 1 Prozent ein. An der Spitze des Pharmakonzerns kommt es zu einem Wechsel. Chef Joseph Jimenez übergibt den Staffelstab nach acht Jahren Anfang 2018 an Vasant Narasimhan.

Die Genussscheine von Rivale Roche verloren 0,6 Prozent und die Titel des Nahrungsmittelriesen Nestle sanken um 0,9 Prozent. Rund zwei Drittel des Indexrückgangs war den drei Schwergewichten geschuldet.

Die Anteile des Pharmazulieferers Lonza schwächten sich um 0,6 Prozent ab. Bei den Papieren zyklischer Firmen stachen Clariant mit einem Kursplus von 0,6 Prozent hervor. Gemäss einem Bericht der "SonntagsZeitung" strebt die gegen die Fusion des Chemiekonzerns mit dem Konkurrent Huntsman opponierende Aktionärsgruppe White Tale die Zerlegung von Clariant an.

ABB drehten nach anfänglichen Verluste in die Gewinnzone. Der Elektrotechnikkonzern hält am Mittwoch den Innovation Day ab.

Die Aktien von Swatch führten die Verliererliste bei den Bluechips an. Laut einem Bericht der "NZZ am Sonntag" will der Uhrenkonzern mit seiner Tochter Belenos nach Verzögerungen im kommenden Jahr mit der Produktion von Batterien für Elektroautos beginnen. Die Aktie büssten 2,2 Prozent ein. Die Scheine von Rivale Richemont sanken um 1,3 Prozent.

Die Finanzwerte büssten meist rund ein Prozent ein. Die Aktien der Grossbank Credit Suisse fielen um 1,2 Prozent und UBS schwächten sich um 0,6 Prozent ab. Die Versicherer sanken um mehr als ein Prozent.

Helvetia fielen um 2,3 Prozent. Der Versicherer hat den Gewinn im ersten Halbjahr um acht Prozent auf 258 Millionen Franken gesteigert. Die Prämieneinnahmen waren mit 5,53 Milliarden Franken geringfügig über dem Niveau des Vorjahres. "Im Rahmen der Erwartungen", sagte ein Händler.

Meyer Burger sackten um 0,7 Prozent ab. Der Investor Dan Och hat gemäss Angaben der Börse SIX seine Beteiligung an dem Zulieferer für die Solarindustrie auf unter drei Prozent reduziert.

Die Anteile des Flughafens Zürich sausten um 2 Prozent nach unten auf 226,10 Franken. Goldman Sachs hat das Kursziel auf 234 von 246 Franken gesenkt. Das Rating lautet "Neutral".

Goldbach stiegen um 4,4Prozent. Die Aktie profitiere von Anschlusskäufen an das gute Geschäftsergebnis, das die Werbefirma in der Vorwoche veröffentlicht hatte.