Nordkorea-Sorgen bremsen Erholung der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Dienstag zugelegt. Der SMI stieg um knapp 0,1 Prozent auf 8870 Punkte. Nach den Vortagesverlusten hatten Händler allerdings auf eine stärkere Erholung gesetzt.
05.09.2017 17:38

Doch die anhaltenden Sorgen im Zusammenhang mit der Nordkorea-Krise bremsten die Kauflust der Anleger merklich.

"Nordkorea bleibt das Thema", sagte ein Händler. Eine Entspannung zeichnet sich nicht ab: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sagte am Montag im UN-Sicherheitsrat, der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bettele mit seinem jüngsten Atomtest um Krieg. Die USA wollten dies nicht, aber ihre Geduld sei nicht grenzenlos. Wegen des Nationalfeiertags in Nordkorea am Wochenende wagten sich die Anleger nicht aus der Deckung. "Niemand weiss, was noch alles passiert bis dahin", sagte ein Börsianer. Politische Börsen seien zwar meist von kurzer Dauer. "Aber die Anleger bleiben dem Geschehen fern", sagte ein Händler.

Gefragt waren die Aktien von Index-Schwergewicht Nestle mit einem Plus von 0,9 Prozent. Händler spekulieren, dass möglicherweise Bewegung in die Pläne des Nahrungsmittelkonzerns kommen könnte. "Alles was Rang und Namen hat im Süsswarengeschäft soll an Nestles Süssigkeiten interessiert sein. Das hilft natürlich, den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben", erklärte ein Händler. Nestle prüft strategische Optionen für das Süsswarengeschäft in den USA einschliesslich eines möglichen Verkaufs. Als mögliche Interessenten nannten Händler unter anderem den US-Schokoladehersteller Hershey oder Godiva aus Belgien. Gemäss Insidern könnte auch Ferrara Candy interessiert sein.

Die Novartis gewann knapp 0,1 Prozent an Wert. Unterstützung kam von guten Produktnachrichten. Das Multiple-Sklerose-Medikament Fingolimod hat in einer Phase-III-Studie mit Kindern das Hauptziel. Am Vortag hatte Novartis mitgeteilt, dass Vasant Narasimhan im Februar 2018 CEO Joseph Jimenez abgelöst.

Die Roche-Titel waren um 0,2 Prozent tiefer. Andere Gesundheitswerte wie Basilea, Idorsia oder Vifor zogen an.

Ein uneinheitliches Bild zeigte sich bei den zyklischen Werten.  Der Elektrokonzern ABB und das Sanitärtechnik-Unternehmen Geberit legten zu, während die Inspektionsfirma SGS und des Zementkonzern LafargeHolcim nachgegeben haben. Die Titel des Personalvermittlers Adecco und der Chemiefirma Clariant schwächten sich ab. Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch stabilisierten sich nach dem Kurseinbruch vom Vortag etwas und die des Rivalen Richemont holten den Abschlag auf.

Die Titel der Grossbanken Credit Suisse und UBS schwächten sich ab. Auch Versicherungstitel tendierten schwächer.

Am breiten Markt sackten MCH-Aktien 9,4 Prozent ab. Der Halbjahresgewinn des Messeveranstalters halbierte sich wegen der verhaltenen Marktentwicklung und Investitionen auf 26,5 Millionen Franken. Auch im Gesamtjahr erwartet die Firma ein mindestens 50 Prozent geringeres Ergebnis.

Die Anteile von Straumann zogen 0,7 Prozent auf 620 Franken an. Die Bank of America Merrill Lynch hob die Empfehlung auf "Buy" von "Underperform" an, das Kursziel laut auf 715 Franken.

(Reuters)