Novartis bremst Erholung an Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Montag nach einem schwächeren Start die Verluste eingrenzen können. Die Erholung wurde allerdings von Kursverlusten des Index-Schwergewichts Novartis gebremst.
28.08.2017 17:34

Zudem wurde die Stimmung laut Händlern vom tieferen Dollar getrübt. Das Geschäft verlief wegen eines Feiertags in Grossbritannien sehr ruhig. Der SMI notierte mit 8864 Zählern um 0,5 Prozent niedriger. Am Freitag war der Leitindex um 0,4 Prozent gesunken.

Händler äusserten sich enttäuscht über das Zentralbanker-Treffen vom Wochenende. Weder US-Notenbankchefin Janet Yellen noch EZB-Präsident Mario Draghi hätten sich auf dem Zentralbanken-Symposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming über die Entwicklung der Geldpolitik geäussert und damit dem Kursrückgang der US-Devise den Weg bereitet, hiess es. "Jackson Hole endete ereignislos", kommentierten die Experten der Credit Suisse.

Kursbewegende Impulse erhoffen sich die Anleger von wichtigen Konjunkturzahlen. Dabei dürfte einmal mehr der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag im Mittelpunkt stehen.

Bei den Standardwerten standen Novartis im Fokus. Der schwergewichtige Titel fiel um 1 Prozent und trug massgeblich zum SMI-Minus bei. Neue klinische Studienresultate wecken Zweifel am Potenzial eines neuen Herzmedikaments des Arzneimittelherstellers. Zwar reduzierte das Präparat Ilaris in einer spätklinischen Studie der Phase III das Risiko von Herzinfarkt- und Arteriosklerose-Patienten, eine Herzattacke, einen Schlaganfall oder tödliche Herzkreislauf-Probleme zu bekommen. Gleichzeitig bestand für die Behandelten aber ein erhöhtes Risiko, an einer Infektion zu sterben, wie die von Novartis am Sonntag beim europäischen Kardiologen-Kongress in Barcelona veröffentlichte Studienresultate zeigten. Experten monierten zudem den hohen Preis des Medikaments.

Die Anteile von Rivale Roche notierten dagegen nur marginal tiefer. Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüfte das Roche-Medikament Gazyva in einem beschleunigten Verfahren zum Einsatz gegen bislang unbehandeltes follikuläres Lymphom. Der Index der europäischen Gesundheitswerte gab 0,4 Prozent nach.

Die Aktien des Lebensmittelriesen Nestle, dem dritten Schweizer Schwergewicht, gaben um 0,3 Prozent nach.

Meist schwächer tendierten die Versicherungswerte. Die Aktien von Swiss Re sanken um 1 Prozent und die von Zurich fielen um 0,7 Prozent. In Texas sind durch den Sturm "Harvey" mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Experten zufolge könnten die Hochwasserschäden in etwa so hoch ausfallen wie die bei "Katrina" 2005. Damals gab es versicherte Hochwasserschäden in Louisiana und Mississippi von 15 Milliarden Dollar. Die Energieproduktion im Herzen der US-Öl- und Gasindustrie wurde unterbrochen, mehrere Raffinerien stillgelegt.

Auch Anteile von Banken standen auf den Verkaufszetteln. Credit Suisse ermässigten sich um 0,5 Prozent und UBS fielen ebenfalls um 0,5 Prozent.

Tiefere Kurse verzeichneten zudem zyklische Werte. ABB, Geberit und Adecco schwächten sich um mehr als ein halbes Prozent ab. Gegen den Trend legten die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont um 0,3 Prozent zu. Rivale Swatch verlor leicht an Wert.

Die Aryzta-Aktien stiegen um 0,8 Prozent. Bei dem Backwarenhersteller nimmt Kevin Toland am 12. September die Arbeit als CEO auf. Der frühere Barry-Callebaut-Chef Jürgen Steinemann soll bei der Generalversammlung am 7. Dezember in den Verwaltungsrat gewählt werden.

Die Aktien von U-Blox stürzten um 6,2 Prozent ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem Deckungskäufe am vergangenen Freitag den Kurs um zehn Prozent in die Höhe getrieben hatten.

Kuros gewannen 1,9 Prozent. In den USA ist das Produkt MagnetOs Putty als Knochenersatz-Extender zur Anwendung an der Wirbelsäule zugelassen worden.

(Reuters)