Novartis hievt Schweizer Börse über 9000 Punkte

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag dank kräftiger Kursgewinne des Marktschwergewichts Novartis zugelegt.
22.06.2017 17:38

Die meisten anderen Standardwerte büssten dagegen Terrain ein. Die Stimmung sei weniger gut, als dies der Kursanstieg des Gesamtmarktes erscheinen lasse, sagte ein Händler. Die Anleger sorgten sich wegen der fallenden Rohstoff- und Ölpreise. "Die Leute befürchten rund um den Globus, dass dieser Preiszerfall ein Anzeichen für einen kommenden Konjunktureinbruch sein könnte", sagte ein anderer Börsianer. Der SMI legte 0,7 Prozent  auf 9051 Punkte zu.

Die Marke von 9000 Punkten sei möglicherweise aber noch nicht nachhaltig überwurden worden. "Hier ist ein hartnäckiger charttechnischer und auch psychologischer Widerstand, an dem wir uns mehrfach den Kopf gestossen haben", sagte ein Händler. Für eine Rückkehr zu einem klaren Aufwärtstrend fehlten die Impulse. Ein Auslöser dafür könnte wohl am ehesten eine Ölpreiserholung sein.

Die Novartis-Aktien schossen um knapp 5 Prozent hoch. Der Pharmakonzern wartete einmal mehr mit guten Neuigkeiten zu einem Medikament auf. Ilaris reduzierte in einer spätklinischen Studie der Phase III das Risiko von Herzinfarkt-Patienten, erneut eine Herzattacke, einen Schlaganfall oder tödliche Herzkreislauf-Probleme zu erleiden. Analysten sprachen von unerwartet positiven Resultaten. In den vergangenen Tagen hatten vielversprechende Testergebnisse zur Augenarznei RTH258 und die Zulassung einer biotechnologisch erzeugten Nachahmer-Version des Roche-Krebsmedikaments Mabthera bereits für einen Kursschub gesorgt.

Der Titel von Rivale Roche legten 0,2 Prozent ab. Börsenneuling Idorsia setzte den Höhenflug fort, die Aktien der Biotech-Forschungsfirma rückten um 1,3 Prozent vor.

Gewinnmitnahmen in den ebenfalls schwergewichtigen Nestle-Aktien dämpften den freundlichen Gesamttrend. Die Aktie des Lebensmittelriesen, die kürzlich auf Allzeithoch notierte, sank um 0,7 Prozent.

Gefragt waren dagegen die Aktien der Luxusgüterhersteller. Ein unerwartet kräftiger Anstieg der Uhrenexporte im Mai schob Swatch um 0,8 Prozent hoch. Im Mai waren die Ausfuhren von Zeitmessern nominal um neun und real um 4,1 Prozent gestiegen. Die Zahlen seien deutlich besser als erwartet und zeigten eine erfreuliche Erholung, hiess es bei der ZKB.

Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Zementriesen LafargeHolcim und der Inspektionsfirma SGS schlossen im Minus.

Die Anteile der  Credit Suisse büssten 0, 5 Prozent ein und UBS legten 0,2 Prozent zu.

Am breiten Markt schnellten Santhera-Aktien 15,1 Prozent hoch. Ein Sonderstatus für das Medikament Raxone in Grossbritannien sorgte für Auftrieb. Raxone erhielt von der Arzneimittelbehörde MHRA eine sogenannte positive wissenschaftliche Beurteilung im Hinblick auf die Behandlung von Muskelschwund (DMD) mit abnehmender Atmungsfunktion. Damit bekommen DMD-Patienten unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zu der noch nicht offiziell zugelassenen Arznei.

Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien von Kuros mit 4,4 Prozent. Die Aktie der auf Wundheilung und Geweberegeneration spezialisierten Firma war am Vortag um elf Prozent gestiegen, weil Neuroseal, ein neuartiger Hirnhautverschluss, in Europa die CE-Zertifizierung erhalten hatte.

(Reuters)