Pharmaschwergewichte tragen Erholung der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag zu einer Aufholjagd angesetzt. Nach der Talfahrt vom Vortag griffen einige Anleger wieder zu Beteiligungspapieren, sagte ein Marktbeobachter.
12.07.2018 17:35

Der Leitindex SMI legte 1,6 Prozent zu auf 8819 Punkte. Grund dafür waren hauptsächlich Kursgewinne bei den Indexschwergewichten aus dem Pharmasektor. Denn allzu weit aus dem Fenster lehnen wollten sich die Anleger nicht - angesichts des weiterhin heftigen Schlagabtausches zwischen den USA und China im Handelsstreit. Am Mittwoch war der Leitindex um ein Prozent gefallen.

"Viele haben Angst, dass der Handelskonflikt eskalieren könnte und die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber es ist alles vage und man hofft auf Verhandlungslösungen", sagte ein Börsenstratege. Die EU-Kommission hat wegen des Handelsstreits ihre Wachstumsprognose gesenkt.

Für versöhnliche Töne sorgte US-Präsident Donald Trump dann jedoch beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel, wo er Deutschland Respekt zollte und sich zur Nato bekannte.

Grösster Gewinner unter den Schweizer Standardwerten waren die Titel von Roche mit einem Plus von 3,2 Prozent. Der Pharmakonzern hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung des Medikaments Venclexta für bislang unbehandelten Patienten mit akuter myeloischer Leukämie, die nicht für eine Chemotherapie infrage kommen, beantragt. Die Novartis-Titel legten 4,1 Prozent zu. Das dritte Schwergewicht Nestle war 0,4 Prozent im Plus.

Auf den Verkaufszetteln standen im SMI einzig die Titel von Julius Bär mit einem Minus von 1,8 Prozent. Alle anderen Finanzwerte wie die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Versicherungen holten ihre frühen Einbussen bis zum Mittag wieder auf und legten bis Börsenschluss zu.

In den kommenden Tagen dürften die Anleger ihr Augenmerk neben Äusserungen der Politiker vor allem auf die Halbjahreszahlen der Unternehmen richten. "Es hilft, dass die Unternehmen gute Gewinne machen und die Aussichten gut sind", sagte ein Händler. Das gebe den Aktienmärkten trotz der angespannten politischen Lage weiterhin Auftrieb. In der Schweiz nimmt die Berichtssaison in der kommenden Woche mit ABB, dem Duft- und Aromenherstellers Givaudan, Novartis und der Prüffirma SGS Fahrt auf.

Am Donnerstag legten bereits einige Unternehmen aus der zweiten Reihe Zahlen vor: Die Titel der Schraubenhandelsfirma Bossard und des Handelsdienstleisters DKSH waren nach einem Gewinnzuwachs gefragt. Der Asset-Manager Partners Group und die Liechtensteinische Landesbank enttäuschten jedoch mit ihren Halbjahreszahlen - beide Aktien gaben nach.

(Reuters)