Schweizer Anleger bleiben vor dem Wochenende in Deckung

Die Schweizer Börse hat sich am Freitag bei geringen Kursausschlägen seitwärts bewegt. Die Anleger hielten sich aufgrund zahlreicher Unsicherheitsfaktoren zurück, sagten Händler.
08.09.2017 17:46

Das Geschäft sei daher etwas lustlos gewesen und die Umsätze moderat. Der SMI steigt um 0,1 Prozent auf 8912 Punkte. Der Leitindex bewegte sich zwischen 8878 und 8922 Punkten. Damit steuert der SMI nach zwei Wochen mit leichten Gewinnen auf eine um 0,5 Prozent schwächere Woche zu.

"Vor einem Wochenende, an dem man nicht weiss, ob Nordkorea zur Feier des Unabhängigkeitstages nicht wieder einen Bombentest durchführt und wie stark der Wirbelsturm Irma den Süden der USA noch verwüstet, will man die Risiken tief halten", sagte ein Händler. Zudem trübe der schwache Dollar die Stimmung.

Firmenimpulse waren rar und wichtige Konjunkturzahlen wurden nicht veröffentlicht. Die stärksten Impulse kamen daher vom Devisenmarkt: Der Dollar fiel zum Franken vorübergehend auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Ein starker Franken beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Firmen auf dem Weltmarkt, da sich ihre Waren im Verhältnis zu den ausländischen Konkurrenten verteuern.

Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet die Leitzinsen unverändert bei null Prozent belassen. EZB-Chef Mario Draghi äusserte sich auch nicht zum Zeitpunkt des Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik. Die Notenbank werde im Herbst über die Anpassung der Geldpolitik über 2017 hinaus entscheiden, erklärte der Italiener.

Die Kursausschläge beliefen sich auf weniger als ein Prozent. Einen Gewinn verzeichneten die Aktien der Grossbank Credit Suisse mit plus 0,5 Prozent. Ebenso die Anteile des Zementriesen LafargeHolcim mit plus 0,7 Prozent. CS-Rivale UBS gaben leicht nach.

Ein halbes Prozent höher gehandelt wurden die Titel der Versicherer Swiss Re, während Zurich leicht nachgab. Die Anteile des Lebensversicherers Swiss Life notierten praktisch unverändert.

Bei den Anteilen der als krisenresistent geltenden Pharmafirmen waren Novartis und Roche nahezu unverändert, Roche etwas besser. Sie würden von positiven Produktnachrichten gestützt, hiess es am Markt.

Roche hat beim Krebsmediziner-Kongress ESMO in Madrid Daten zu einem neuen Biomarker-Bluttests für Krebs-Immuntherapien vorgelegt. Konkurrent Novartis präsentierte eine neue Analyse von Phase II-Studiendaten auf einem Kongress in Vancouver: Eine präventive Behandlung mit dem Wirkstoff AMG 334 (Erenumab) führt zu einer Reduktion von jenen Tagen pro Monat, an denen die Patienten unter Migräne leiden.

Am breiten Markt beendeten Gewinnmitnahmen den Höhenflug der Aktien von Myriad. Sie fielen um 5,6 Prozent. Finanzinvestor Martin Ebner und seine Frau haben ihre Beteiligung an der Softwarefirma aufgestockt und kontrollieren 61,4 Prozent der Anteile. "Die Käufer spekulieren darauf, dass Ebner die Firma ganz übernehmen will", sagte ein Händler. Die Softwarefirma hatte im August ausserdem mitgeteilt, sie erwäge einen Rückzug von der Börse. Der Titel war am Vortag um über ein Viertel gestiegen.

Die Aktien von Leonteq gewannen 3,1 Prozent. Finanzchef Marco Amato wird auf den 1. Oktober zum stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsleitung ernannt. Amato übernehme neben der Stellvertretung von CEO Jan Schoch die Verantwortung für die Einhaltung der genehmigten Budgets und die Anwendung angemessener und robuster Kontrollmechanismen.

(Reuters)