Schweizer Anleger bleiben vorsichtig

Trotz Erleichterung, dass es über das Wochenende in Syrien zu keiner Eskalation der Lage gekommen ist: Die Schweizer Börse hat sich zum Wochenanfang abgeschwächt.
16.04.2018 17:35

Der SMI notierte mit 8726 Punkten um 0,6 Prozent tiefer. Der Index-Rückgang war weitgehend auf die Dividendenzahlung beim SMI-Schwergewicht Nestle zurück zu führen. Der breite und dividendenbereinigt berechnete SPI schloss knapp im Plus. "Wir sind in der Dividendenzeit. So erfreulich der Geldsegen ist, er kostet den SMI aber jedes Jahr 250 bis 300 Punkte", sagte ein Händler.

Börsianer sagten, zum ruhigen Geschäft dürfte auch der auf die Stadt Zürich beschränkte Feiertag "Sechseläuten" beigetragen haben. Viele Geschäfte bleiben geschlossen und zahlreiche Büros sind nicht besetzt.

Positive Impulse erwarten Marktteilnehmer von Firmenergebnissen. "Wir stehen am Anfang der Bilanzsaison", sagte ein Händler. In den USA berichten in der laufenden Woche unter anderem die Bank of America, Goldman Sachs, IBM und Johnson & Johnson. In der Schweiz will die Bauchemiefirma Sika am Dienstag Umsatzzahlen veröffentlichen. Am Donnerstag folgen die Quartalsbilanzen des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Pharmariesen Novartis und des Lebensmittelproduzenten Nestle.

Die Nestle-Aktien zogen - bereinigt um den Dividendenabschlag - 0,5 Prozent an. Die Anteile von ABB rückten um 0,1 Prozent vor. Die Titel von Novartis und Roche fielen um 0,5 und 0,3 Prozent, Sika ermässigten sich um 0,3 Prozent.

Die Aktien von Adecco waren geringfügig tiefer. Der Personaldienstleister baut sein Ausbildungsangebot mit dem Zukauf der US-Firma General Assembly mit einem Unternehmenswert von 412,5 Millionen Dollar aus. "Der Übernahmepreis ist stolz", erklärte ZKB-Analyst Marco Strittmatter. "Es besteht jedoch ein signifikantes Synergiepotenzial und das Wachstumsprofil von Adecco wird leicht verbessert."

Die Aktien von Sulzer verloren 1,5 Prozent. Der Maschinenbauer kann in den USA wieder seinen Geschäften nachkommen. Das US-Finanzministerium (OFAC) hob die Blockade der Vermögenswerte komplett auf. Schon am Donnerstag hatte die Aufhebung der Sanktionen den Kurs angeschoben.

Die Aktien der Banken Credit Suisse, Julius Bär und UBS schwächten sich um bis zu 0,4 Prozent ab. Uneinheitlich waren Versicherungswerte. Zurich gewannen 0,5 Prozent. Der Versicherer hat jüngst ein Aktienrückkaufprogramm gestartet.

Am breiten Markt stiegen die Aktien der Schweizerischen Nationalbank um 4,9 Prozent.

Siegfried gewannen 0,8 Prozent. Research Partners hat das Kursziel für den Pharmazulieferer auf 480 von 350 Franken angehoben.

Die Papiere des Kunststoffspezialisten Gurit gewannen am Tag vor dem Quartalsbericht 1,8 Prozent.

Die Aktien der VZ Holding machten mit einem Kursplus von 16,5 Franken oder 6,9 Prozent die Auszahlung der Dividende von 4,35 Franken mehr als wett.

(Reuters)