Schweizer Anleger halten sich bedeckt

Die Anleger an der Schweizer Börse haben sich zu Wochenmitte bedeckt gehalten und sind nur zögerlich neue Risiken eingegangen.
13.09.2017 17:37

Für grössere Engagements fehlten frische Impulse, erklärten Marktteilnehmer. Zudem seien viele Investoren verunsichert über den künftigen geldpolitischen Kurs der grossen Notenbanken. Gedämpft wurde die Stimmung auch von der Präsentation des neuen iPhones von Apple. Die Vorstellung des Jubiläumsmodells iPhone X löste keine Euphorie aus und die US-Börsen starteten nach den Rekordständen vom Dienstag verhalten. Der SMI schliesst unverändert auf 9054 Punkten.

Wegweisende Konjunkturzahlen standen nicht auf dem Terminplan und Unternehmensnachrichten waren rar. Die Investoren warteten vielmehr auf die Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche. Auch die am Donnerstag auf dem Programm stehenden geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizer Notenbank SNB bremste den Risikoappetit.

Im Fokus standen die Uhren- Luxusgüterkonzerne Swatch und Richemont. Während sich die Kursausschläge bei den Bluechips meist in engen Grenzen hielten, sackten die Swatch-Aktien fast 4 Prozent ab und die Richemont-Anteile fielen um 1,2 Prozent. Richemonts Rückkehr zu Umsatzwachstum konnte die Anleger nicht überzeugen. Dem Produzent von edlen Uhren, Schmuck sowie teurer Bekleidung und Lederwaren verhalf die wiedererwachte Kauflust reicher Kunden in den ersten fünf Geschäftsmonaten unter Ausschluss von Wechselkurseffekten zu einem Anstieg der Verkaufserlöse um zwölf Prozent. Gewinnzahlen gab das Unternehmen nicht bekannt. Nach Einschätzung der Experten der Credit Suisse dürfte sich der Markt hier jedoch zumindest Hinweise erwartet haben.

Für Gesprächsstoff sorgte die Präsentation des neuen iPhones von Apple. Später Verkaufsstart und ein Preis von mehr als 1000 Euro: Nach der Präsentation des mit grosser Spannung erwarteten Flagschiffs des US-Technologiekonzerns machte sich Ernüchterung breit. Europaweit gingen Aktien von Zulieferern auf Talfahrt. In Zürich fielen die Titel des Chip- und Sensorherstellers AMS um 3,9 Prozent.

Uneinheitlich zeigten sich konjunktursensible Titel wie der Zementproduzent LafargeHolcim, der Personalvermittler Adecco, der Elektrotechnikkonzern ABB und die Sanitärtechnikfirma Geberit.

Auf der Gewinnerseite zu finden waren Bankaktien: Credit Suisse stiegen um ein Prozent, UBS um 0,2 Prozent und Julius Bär um 0,4 Prozent. Dagegen trennten sich die Anleger von den jüngst gefragten Versicherungstiteln Swiss Life und Swiss Re.

Die Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche legten 0,2 und 0,3 Prozent zu. Novartis hat neue klinische Daten zum Schuppenflechte-Medikament Cosentyx vorgelegt. In einer Phase-III-Studie führte das Mittel bei Patienten während einer Behandlungsdauer von fünf Jahren zu einer hohen und langanhaltenden Reinheit der Haut, wie es hiess. Die Titel des dritten Index-Schwergewichts Nestle gaben 0,3 Prozent nach.

(Reuters)