Schweizer Anleger in Kauflaune - Grossbanken gefragt

Die Schweizer Börse hat am Dienstag an den Aufwärtstrend des Vortags angeschlossen und zugelegt.
12.09.2017 17:41

Gute Vorgaben aus den USA und Asien sowie die anhaltende Erleichterung über die nach ersten Schätzungen deutlich geringer als befürchteten Schäden durch den Hurrikan "Irma" ermutigten die Anleger zu weiteren Käufen. Der SMI stieg um 0,8 Prozent auf 9054 Punkte.

"Die Grundstimmung ist positiv und das kommt von der guten konjunkturellen Einschätzung", sagte ein Aktienstratege. Allerdings sei das Kursniveau inzwischen stolz - in New York stieg der breite S&P-500-Index am Montag auf ein Rekordhoch - und die Situation sei entsprechend fragil. Faktoren wie jüngst die Nordkorea-Krise oder die Geldpolitik, die Unsicherheit schürten, könnten jederzeit Korrekturen nach sich ziehen. Doch solange die globale Konjunktur anziehe und die Unternehmensgewinne sprudelten, dürfte es mit den Kursen im Grossen und Ganzen weiter aufwärtsgehen.

Die Bluechips zogen mehrheitlich an. An die Spitze setzten sich die Aktien der Credit Suisse mit einem Plus von gut drei Prozent. SocGen hat die Empfehlung für die Grossbank auf "Buy" von "Hold" angehoben. UBS gewann 1,8 Prozent an Wert.

Die Anteile der Zurich Insurance Group rückten 1,5 Prozent vor. Zurich war anderen Versicherungswerten während der Erleichterungsrally am Montag etwas hinterhergehinkt. Die Swiss-Re-Aktien schlossen nach dem mehr als vierprozentigen Kurssprung vom Vortag um ein Prozent höher. Die Schadenzahlungen für die Wirbelstürme "Irma" und "Harvey" dürften die Budgets der Versicherer nicht sprengen, sagte ein Börsianer. "Die Anleger müssen wohl nicht fürchten, dass die Aktienrückkauf-Programme storniert werden." Die Ratingagentur Moody's schätzt die wirtschaftlichen Schäden durch die beiden Naturkatastrophen auf 150 bis 200 Milliarden Dollar.

Konjunktursensitive Werte wie ABB, Adecco, LafargeHolcim oder Sika gewannen rund ein Prozent an Wert. Die als eher defensive Anlage geltenden Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche rückten 1,3 und 0,3 Prozent vor. Der dritte SMI-Riese Nestle schloss unverändert.

Am breiten Markt honorierten die Anleger gute Geschäftszahlen von Partners Group und Dormakaba mit Käufen. Die Aktien der Partners Group schnellten 4,2 Prozent hoch. Der Asset Manager steigerte den Halbjahresgewinn um 42 Prozent auf 359 Millionen Franken und übertraf damit die Analystenerwartungen deutlich. Partners Group bekräftigte zudem die angestrebte Bandbreite von zehn bis zwölf Milliarden Euro Kundennachfrage im Gesamtjahr.

Die Dormakaba-Anteile schossen knapp neun Prozent nach oben. Die Schliesstechnik-Firma verdoppelte den Gewinn nach Minderheiten im Geschäftsjahr 2016/17 nahezu auf 116,4 Millionen Franken. 2017/18 peilt das Unternehmen eine leichte Verbesserung der Betriebsgewinnmarge (Ebitda) an.

Die Aktien des Stromproduzenten Romande Energie fielen nach einem fast 40-prozentigen Gewinneinbruch im ersten Halbjahr um ein Prozent.

(Reuters)