Schweizer Börse dreht auf Erholungskurs - Nestle zieht

Die Schweizer Börse hat am Dienstag zugelegt. Nach den Verlusten des Vortages sei der Markt auf Erholungskurs eingeschwenkt, sagten Händler.
05.09.2017 12:44

"Es verläuft meist ähnlich bei politischen Märkten. Die erste Reaktion ist die stärkste und danach verblasst ihr Einfluss. Aber die Anleger bleiben dem Geschehen fern", sagte ein Händler. Der SMI notierte zu Mittag um 0,4 Prozent höher mit 8900 Punkten. Am Montag war der Leitindex um 0,9 Prozent gefallen.

Die schwelende Nordkorea-Krise sei weiterhin das Thema, sagten Händler. Eine Entspannung zeichnet sich vorerst nicht ab: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (UN), Nikki Haley, sagte am Montag im UN-Sicherheitsrat, der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bettele mit seinem jüngsten Atomtest um Krieg. Die USA wollten dies nicht, aber ihre Geduld sei nicht grenzenlos.

Wegen des am Wochenende bevorstehenden Nationalfeiertags in Nordkorea wagten sich die Anleger nicht aus der Deckung. "Niemand weiss, was noch alles passiert bis dahin", sagte ein Börsianer.

Gefragt waren die schwergewichtigen Nestle-Aktien. Das Papier legte 0,7 Prozent zu. Händler sagten, möglicherweise komme nun Bewegung in die Pläne des Nahrungsmittelriesen. Nestle hatte im Juni mitgeteilt, strategische Optionen für das Süsswarengeschäft in den USA zu prüfen, einschliesslich eines möglichen Verkaufs. Als mögliche Interessenten nannten Händler unter anderem den US-Schokoladehersteller Hershey oder Godiva aus Belgien. Gemäss Insidern könnte auch Ferrara Candy interessiert sein.

Die Anteile von Novartis gewannen ein halbes Prozent und machten die Hälfte des Abschlags vom Vortag wett. Der Titel erhielt Unterstützung von positiven Produkt-Nachrichten und legten 0,9 Prozent zu. Das Multiple Sklerose Medikament Fingolimod hat in einer Phase III-Studie mit Kindern das Hauptziel erreicht. Am Vortag hatte Novartis mitgeteilt, ab 2018 werde der aktuelle Chef Joseph Jimenez von Vasant Narasimhan abgelöst.

Die Papiere der Konkurrentin Roche waren 0,2 Prozent höher und die Anteile anderer Firmen aus dem Gesundheitsbereich wie Basilea, Idorsia oder Vifor zogen ebenfalls an.

Gefragt waren darüber hinaus einzelne zyklische Werte wie jene des Elektrokonzerns ABB, der Inspektionsfirma SGS und des Sanitärtechnikkonzerns Geberit.

Die Titel des Zementkonzerns LafargeHolcim oder des Personalvermittlers Adecco schwächten sich ab. Die Papiere des Uhrenherstellers Swatch stabilisierten sich nach dem Kurseinbruch vom Vortag. Rivale Richemont gewann ein Prozent.

Die Titel der Grossbanken Credit Suisse und UBS schwächten sich leicht ab. Die Versicherer tendierten ebenfalls schwächer.

Am breiten Markt sackten die MCH-Aktien knapp zehn Prozent ab. Der Halbjahresgewinn des Schweizer Messeveranstalters hat sich wegen der Marktentwicklung und Investitionen auf 26,5 Millionen Franken halbiert. Für das laufende Jahr erwartet die Firma ein mindestens 50 Prozent geringeres Jahresergebnis als im Jahr davor.

Die Anteile von Straumann zogen 1,3 Prozent an auf 620 Franken. Die Bank of America Merrill Lynch stufte die Empfehlung auf "Buy" von "Underperform" hoch. Das Kursziel laut 715 Franken.

(Reuters)