Schweizer Börse fester - Anleger bleiben vorsichtig

Der SMI hat am Mittwoch angezogen. Allerdings blieben die Anleger wegen des Handelsstreits zwischen den USA und anderen Ländern sowie der bevorstehenden Veröffentlichung des Konjunkturberichts der Fed vorsichtig.
12.09.2018 17:46

"Die Anleger fahren auf Sicht", sagte ein Börsianer. Der SMI stieg um 0,5 Prozent auf 8960 Punkte. Das Kursplus war zu einem Gutteil den Kursgewinnen der Index-Schwergewichte geschuldet. Bei 9000 Zählern stösst der Leitindex Händlern zufolge charttechnisch auf Widerstand.

Händler erhofften sich vom Fed-Konjunkturbericht Beige Book Aufschluss darüber, wie sich der Handelsstreit auf die Konjunktur ausgewirkt hat. Martin Blessing, Vermögensverwaltungs-Co-Chef bei der Grossbank UBS warnte in einem Reuters-Interview vor negativen Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China auf die Finanzmärkte. Vor allem asiatische Investoren seien beunruhigt, sagte Blessing. Längerfristig könne der Handelsstreit zu weiteren geopolitischen Spannungen führen und die Weltwirtschaft bremsen.

Bei den Standardwerten waren die als krisensicher geltenden Schwergewichte aus dem Lebensmittel- und Pharmasektor gefragt. Die Nestle-Aktien stiegen um 0,8 Prozent. Die Anteile von Novartis und Roche legten 0,6 beziehungsweise ein Prozent zu. Novartis hat seit Montag rund vier Prozent an Wert gewonnen. Die Aktien des Pharmazulieferers Lonza stiegen um 1 Prozent.

Unter Abgabedruck stand Julius Bär mit einem Kursminus von 2,1 Prozent. Mit einem Wertverlust von rund 17 Prozent zählt der Vermögensverwalter neben dem Personalvermittler Adecco und dem Zementproduzenten LafargeHolcim zu den Bluechips mit der schwächsten Performance im laufenden Jahr.

Uneinheitlich zeigten sich zyklische Anteile. Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont verloren 0,2 Prozent. Die Swatch-Titel stabilisierten sich nach dem Ausverkauf vom Vortag. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Bauchemie-Unternehmens Sika legten zu.

Am breiten Markt büssten die Aktien von Swiss Prime Site 0,5 Prozent ein. Die grösste börsennotierte Schweizer Immobilienfirma hat eine Kapitalerhöhung um 330 Millionen Franken angekündigt. Der Bezugspreis liegt bei 74 Franken und das Angebot läuft bis 26. September.

Die Anteile von Barry Callebaut kletterten um 6,9 Prozent, nachdem UBS die Empfehlung auf "Neutral" von "Sell" angehoben hat.

Die Titel von Leclanche stiegen um 0,5 Prozent. Die auf Ladestationen für Elektroautos spezialisierte Firma EV Network hat den Batteriehersteller als bevorzugten Partner für ein Projekt in Grossbritannien ausgewählt.

Die Titel des Landmaschinen- und Kommunalfahrzeug-Herstellers Bucher fielen um 8,4 Prozent. Berenberg hat die Empfehlung auf "Sell" von "Hold" herabgesetzt.

Gewinnmitnahmen nach dem vortägigen Kurssprung drückten die Aryzta-Aktien 2,8 Prozent ins Minus. Der Backwarenhersteller hatte sich mit seinen Banken auf Details der bis zu 800 Millionen Euro schweren Kapitalaufnahme geeinigt.

Im Sog nachgebender US-Technologiewerte büssten die Aktien des Chip- und Sensorherstellers AMS, des Computerzubehör-Fabrikanten Logitech, der Sensorfirma Sensirion und des GPS-Chip-Herstellers U-Blox Terrain ein.

(Reuters)