Schweizer Börse gibt nach - Banken schwach

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch wenige Stunden vor der US-Zinsentscheidung nachgegeben. Unter Druck standen dabei die Aktien der Grossbanken.
21.03.2018 17:30

Der Leitindex SMI sank um 0,7 Prozent auf 8783 Zähler. Die Stimmung sei zwar nicht schlecht, aber die Anleger verhielten sich vorsichtig und nähmen vermehrt Gewinne mit, hiess es am Markt.

Ökonomen erwarten mehrheitlich eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die Fed. "Das gilt als so gut wie sicher", sagte ein Händler. Die Aufmerksamkeit gilt vor allem dem ersten Presseauftritt des neuen Notenbankchefs Jerome Powell. Einige Börsianer fürchten, er könnte mehr Zinserhöhungen als bislang eingeplant signalisieren. "Insgesamt gehen wir weiterhin davon aus, dass die Fed die Zinsen im Jahr 2018 insgesamt vier Mal erhöhen wird", hiess es im Kommentar der Credit Suisse. Beim schottischen Vermögensverwalter Kames Capital rechnet man hingegen nicht damit, dass die Fed den "Prozess der Zinsnormalisierung" beschleunigen wird. Die Entscheidung wird um 19.00 Uhr MEZ veröffentlicht.

Die stärksten Kurseinbussen bei den Standardwerten gab es bei der Grossbank Credit Suisse mit Minus 3 Prozent. Julius Bär büssten 1,2 Prozent und UBS 1,7 Prozent ein. Die Händler befürchteten, dass die Banken ein durchwachsenes erstes Quartal im Investmentbanking verzeichnet hätten. James von Moltke, Finanzvorstand der Deutschen Bank, warnte bei einer Konferenz von Morgan Stanley in London vor Gegenwind in der einstigen Vorzeigesparte. "Das wird dann gleich auf die ganze Branche umgelegt", sagte ein Händler.

Die Aktien des Telekomkonzerns Swisscom verloren weitere 1,5 Prozent. Der Marktführer kündigte für seine Tochterfirma Wingo ein neues Bündelangebot zu einem reduzierten Preis an. Händler sehen darin den Anfang eines harten Preiskampfs, nachdem der vom französischen Unternehmer Xaviel Niel kontrollierte Mobilfunkanbieter Salt den Einstieg ins Festnetzgeschäft angekündigt hatte. Die Aktien der Telekomfirma Sunrise sackten um 2,3 Prozent ab.

Auf der Gewinnerseite waren der Luxusgüterhersteller Richemont und der Bauchemiekonzern Sika mit einem Kursplus von 0,4 und 0,9 Prozent zu finden.

Bei den SMI-Schwergewichten fielen die Aktien des Lebensmittelproduzenten Nestle mit einem Minus von 1,5 Prozent auf. Die Pharmariesen Novartis und Roche ermässigten sich nur leicht.

Am breiten Markt stachen die Myriad-Aktien mit einem Kursplus von 9,8 Prozent heraus. Der Anbieter von Mobiltelefon-Software verschwindet von der Börse. Die Aktien werden letztmals am 27. April gehandelt. Für das Jahr 2017 stellte die Firma einen operativen Verlust von 5,8 bis 6,5 Millionen Dollar in Aussicht. Der Umsatz war mit 14,6 Millionen Dollar stabil.

Die Aktien von Meyer Burger stiegen am Tag vor der Bilanzveröffentlichung des Solarindustrie-Zulieferers um 2,9 Prozent.

Die Anteile von Evolva sackten 6,7 Prozent ab. Berenberg empfiehlt den Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen zum Verkauf.

Die Titel des Börsenneulings Asmallworld stiegen nach dem Kurssprung vom Vortag um weitere 6,2 Prozent. Das soziale Netzwerk hatte am Dienstag mit einem Referenzpreis von 9,75 Franken sein Debüt gegeben. Künftig können die Anteile auch an der Frankfurter Börse gehandelt werden.

Die Aktien von Barry Callebaut fielen um 4,3 Prozent. Baader Helvea rät den Anlegern, bei dem Schokoladehersteller spätestens nach dem Halbjahresergebnis am 11. April zum Verkauf zu schreiten.

(Reuters)

 
Aktuell+/-%
SMI11'817.20-1.02%
CS Group N9.194+0.92%
Julius Baer Grp N60.88-0.10%
UBS Group N14.720+0.55%
Deutsche Bank N10.762+1.03%
Morgan Stanley Rg102.91-0.62%
Swisscom N532.80-0.22%
Sika N321.90-1.65%
CieFinRichemont N100.45-0.54%
Novartis N76.96-0.45%
Roche Hldg G340.40-0.64%
Nestle N113.44-1.37%
Evolva Hldg N0.152+0.26%
ASMALLWORLD N3.2000.00%
Barry Callebaut N2'170.00-1.63%
Meyer Burger N0.468+0.26%