Schweizer Börse: Kurse geben weiter nach

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag im Einklang mit den anderen europäischen Börsenplätzen schwächer. Allerdings präsentieren sich vor den Osterfeiertagen die Handelsvolumen recht dünn.
13.04.2017 12:40

Weiterhin dominieren die politischen Unsicherheiten um den Syrien-Konflikt und um Nordkorea die Stimmung an den Märkten. Während "sichere Häfen" wie Gold und Obligationen gefragt sind, erreicht etwa der als "Angstbarometer" bezeichnete Volatilitätsindex VSMI ein neues Jahreshoch.

Für neue Unruhe sorgt zudem US-Präsident Donald Trump, der in einem Zeitungsinterview vor einem allzu starken US-Dollar gewarnt und eine klare Präferenz für tiefe Leitzinsen ausgedrückt hat. Bereits kämen nun Spekulationen bezüglich der Nominierung von Fed-Chefin Janet Yellen für eine weitere Amtszeit auf, kommentiert ein Beobachter. Auf der Konjunkturseite stehen am Nachmittag Daten aus den USA zu den Produzentenpreisen und zum Konsumentenvertrauen an. Zudem läuft dort die Quartalsberichtssaison mit den Abschlüssen mehrerer grosser Banken an.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,4% im Minus bei 8629 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,5% auf 1374 Zähler nach und der breite SPI verliert 0,4% auf 9698 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus, 5 im Plus und 2 unverändert.

Sika-Aktie vom Dividendenabgang belastet

Die stärksten Abgaben unter den Bluechips entfallen auf Lafarge-Holcim (-1,5%) und auf Galenica (-1,4%), die künftige Vifor. Für Lafarge-Holcim haben die Analysten von Barclays in einer Branchenstudie das Kursziel im Vorfeld der Quartalszahlenpublikation leicht erhöht, bleiben aber bei ihrem Rating "Equal Weight". Klare Verluste gibt es für Sika (-1,3% oder -85 Franken), allerdings werden die Titel vom Dividendenabgang von 96 Franken je Titel belastet.

Auch die Bankentitel CS (-0,9%) und UBS (-0,8%) sowie Julius Bär (-1,0%) geben deutlich nach. Vor den ersten Quartalsberichten von US-Banken agierten die Anleger vorsichtig, heisst es im Handel. Auch die jüngsten Äusserungen Trumps, in denen er sich gegen die Politik der US-Notenbank positioniert habe, hätten für Verunsicherung bei den Finanzwerten gesorgt.

Schwächer zeigen sich zudem Versicherungstitel, allen voran Swiss Re (-0,8%). Der Rückversicherer rechnet wegen des Tropensturms "Debbie", der Ende März in Nordosten Australiens auf Land getroffen war, mit Schadenskosten von rund 350 Millionen Dollar. Analysten zeigen sich über die Höhe der Schäden überrascht.

Keine Unterstützung von den Schwergewichten

Die grosskapitalisierten Pharmakonzerne Roche und Novartis (je -0,4%) vermögen den Gesamtmarkt nicht zu stützen. Die Titel des Börsen-Schwergewichts Nestlé (-0,3%), die am Vortag noch deutlich zugelegt hatten, geben ebenfalls nach.

Leicht schwächer notieren auch die Aktien des Agrochemiekonzerns Syngenta (-0,1%), die am Vortag nach der Zustimmung der chinesischen Behörde zur Übernahme durch Chem China noch deutlich zugelegt hatten. Die Transaktion biegt nun definitiv in die Schlussgerade ein: Das Kaufangebot wurde - wohl zum letzten Mal - bis zum 4. Mai verlängert.

Am breiten Markt legen die am Vortag noch schwachen Barry-Callebaut-Titel (+1,5%) zu. Nach den am Mittwoch vorgelegten Halbjahreszahlen haben verschiedene Analysten ihre Kursziele für die Titel des Schokoladenkonzerns erhöht.

Der Spezialkunststoff-Hersteller Gurit (-3,2%) hatte am Vorabend einen leicht rückläufigen Umsatz für das erste Quartal vermeldet und die Erwartungen der Analysten damit verfehlt. Tornos (+13%) ziehen kräftig an, nachdem der Maschinenhersteller an seiner Generalversammlung eine verbesserte Nachfrage mitgeteilt hat. Bei den Von-Roll-Aktien (+21%) hält derweil der Höhenflug seit dem am Dienstag publizierten Quartalsergebnis an.

Verschiedene weitere Unternehmen werden erstmals ohne Dividende gehandelt, darunter Sunrise (-4,3%), OC Oerlikon (-3,2%) und Tecan (-2,0%).

(AWP)