Schweizer Börse legt zu - Novartis sorgt für Schub

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag erneut zugelegt. Der SMI stieg um 0,8 Prozent auf 8925 Punkte.
31.08.2017 18:03

Kräftige Kursgewinne der Index-Schwergewichte, der schwächere Franken und die Aussicht auf weiterhin sprudelnde Notenbankgelder gaben den Beteiligungspapieren Auftrieb. Der nach wie vor schwelende Nordkorea-Konflikt trat etwas in den Hintergrund.

Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik erhielt neuen Auftrieb. Insidern zufolge bereite die Aufwertung des Euro der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend Kopfschmerzen und könnte dazu führen, dass die Notenbank ihre umstrittenen Anleihenkäufe womöglich langsamer zurückfahre, sagten drei mit der Situation vertraute Personen zu Reuters. Auch in den USA wird nach neuen Inflationsdaten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in diesem Jahr geringer eingeschätzt. Und die Schweizerische Nationalbank (SNB) erachtet Negativzinsen trotz des etwas schwächeren Frankens weiterhin als unverzichtbar.

Die Novartis-Aktien stiegen um 2,1 Prozent. Der Pharmakonzern hat mit einer neuartigen Gentherapie den Anschluss in der als Durchbruch geltenden Krebs-Immunbehandlung geschafft. Mit der Zulassung des Medikaments Kymriah zur Behandlung von Blutkrebs durch die US-Arzneimittelbehörde FDA in der Nacht auf Donnerstag läuten die Baseler zudem eine neue Ära ein. Das auch unter der Bezeichnung CTL019 bekannte Präparat kommt als erste sogenannte CAR-T-Therapie auf den Markt.

Die Roche-Anteile rückten 1 Prozent vor. Die FDA liess das Medikament Actemra für eine breitere Anwendung zu. Actemra darf nun auch gegen bestimmte Nebenwirkungen eingesetzt werden, die bei CAR-T-Therapien auftreten können. Die ZKB-Analysten erhöhten ihre Umsatzschätzung für die Arznei auf vier von 1,7 Milliarden Franken.

Die Aktien des dritten SMI-Schwergewichts Nestle rückten 0,5 Prozent vor. Der Lebensmittelkonzern reagiert auf das weniger rund laufende Geschäft mit Hautpflegeprodukten und schliesst ein Werk in der Schweiz. Mit dem Aus für den Standort Egerkingen gehen 190 Stellen verloren.

Bankaktien tendierten meist freundlich: Die Titel der Credit Suisse stiegen um 0,1 Prozent und die von Julius Bär um 0,4 Prozent. Die UBS-Anteile dagegen sanken um 0,2 Prozent. Exane BNP Paribas hat die Analyse von UBS und Julius Bär mit der Empfehlung "Outperform" aufgenommen.

Die Vontobel-Aktien rutschten 0,4 Prozent ab, obwohl der Vermögensverwalter bis 2020 mehr Neugeldwachstum anpeilt als bislang. Auch bei der Eigenkapitalquote ist die Privatbank ambitionierter. Die Vontobel-Aktien haben sich im laufenden Jahr mit einem Plus von 15 Prozent deutlich besser entwickelt als der Branchenindex.

Auch die Versicherungswerte tendierten meist fester. Die Helvetia-Aktien stiegen vor den Halbjahreszahlen am Montag um 1,3 Prozent.

Ebenso zogen die Anteile von zyklischen Firmen wie dem Elektrotechnikkonzern ABB, dem Chemikalienhersteller Clariant, dem Zementproduzenten LafargeHolcim oder dem Anlagenbauer Oerlikon an.

Am breiten Markt legten die Investis-Aktien 1,9 Prozent zu. Die Immobiliengesellschaft hat im ersten Halbjahr den Gewinn um 40 Prozent auf 28 Millionen Franken gesteigert und damit die Markterwartungen übertroffen.

Die Titel von Landis+Gyr wurden um 1 Prozent höher gehandelt. UBS und Credit Suisse haben die Analyse des Messtechnikunternehmens mit den Empfehlung "Buy" und "Outperform" aufgenommen. JP Morgan stuft Landis mit "Neutral" ein.

(Reuters)