Schweizer Börse - Macron-Sieg lockt Schweizer Anleger nicht aus der Reserve

Die Schweizer Börse hat sich am Montag vom deutlichen Sieg von Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen wenig beeindruckt gezeigt.
08.05.2017 17:36

Die Anleger zeigten sich zwar erleichtert, sagten Händler. Zu merklichen Kurssteigerungen habe es aber nicht gereicht, weil die Investoren schon nach der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen, die zugunsten Marcons ausgefallen war, zugegriffen hatten. Zudem hatten sich in den Umfragen ein Sieg Macrons gegen die Kandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, zunehmend klarer abgezeichnet. "Die Macron-Hausse haben wir in der vergangenen Woche vorweggenommen", sagte ein Händler.

Der SMI notierte mit 9039 Punkten um 0,3 Prozent höher als am Freitag. In der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als zwei Prozent zugelegt. Der breite SPI erklomm mit 10'248 Zählern ein Rekordhoch.

Der Abwärtsdruck, der durch die Dividendenauszahlungen bei der Grossbank UBS und dem Zementkonzern LafargeHolcim entstand, wurde Händlern zufolge durch Kursgewinne bei den Index-Schwergewichten Novartis und Nestle wettgemacht. Die stärkste SMI-Stütze war Pharmwert Novartis mit einem Kursplus von 1,4 Prozent. Händler sagten, ein positiver Bericht im Anlegermagazin "Barron's" habe Käufer angezogen. Novartis will zudem zusammen mit der amerikanischen Firma Durect ein opiatfreies Schmerzmittel entwickeln und vermarkten.

Die Anteile von Novartis-Rivale Roche waren um 0,5 Prozent höher. Die Titel des Lebensmittelkonzerns Nestle rückten 0,6 Prozent auf das Rekordhoch von 80,65 Franken vor.

Bei den Finanzwerten waren die Aktien der Grossbank UBS bereinigt um die Dividende von 0,60 Franken je Titel 0,2 Prozent höher. Die Anteile der Credit Suisse verloren ein Prozent. Die Versicherer zeigten keine klare Richtung.

Mehrheitlich schwächer zeigten sich Aktien zyklischer Firmen. Der Aktienkurs des Elektrokonzerns ABB sank um 0,2 Prozent. Die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch büssten 0,5 und 1,4 Prozent ein. Die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit schwächten sich um 0,7 Prozent ab. Die Aktien von Clariant profitierten von einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs um stiegen um 0,3 Prozent auf 20,77 Franken. Die US-Bank hat den Chemiewert mit einem Kursziel von 26 Franken und der Empfehlung "Buy" auf ihre "Conviction List" gesetzt.

Die titel von Adecco zogen am Tag vor dem Quartalsbericht 0,3 Prozent an. Analysten erwarten einen Gewinnanstieg um knapp 15 Prozent.

Gefragt waren Sika mit einem Plus von 0,9 Prozent. Der Bauchemiekonzern ersetzt ab 15. Mai im SMI Syngenta. Der Agrarchemiekonzern fällt im Zuge der 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina aus dem Leitindex. Erst vor kurzem hatte Lonza im SMI Actelion abgelöst, weil die Biotechnologiefirma vom US-Konzern Johnson & Johnson geschluckt wurde.

Händler rätselten, wohin die Anleger, die erlöse aus dem Syngenta- und Actelion-Verkauf lenken werden. "Es sind immerhin mehr als 70 Milliarden Franken. Das könnte da und dort schon etwas bewegen", sagte ein Händler.

Am breiten Markt sanken die Aktien von Aryzta um 4,6Prozent. Der Backwarenhersteller äusserte sich zu den Spekulationen über einen Verkauf seiner Beteiligung am französischen Detailhändler Picard: Die Firma bekräftigte frühere Ankündigung, dass sie Alternativen für das 49-prozentige Paket prüfe. Am Freitag hatten die Spekulationen den Aryzta-Aktien kräftig Auftrieb gegeben.

(Reuters)