Schweizer Börse rutscht ab - AMS-Aktien unter Druck

Die Schweizer Börse hat am Dienstag Terrain eingebüsst. Angesichts bevorstehender wichtiger Ereignisse und steigender Zinssorgen verhielten sich viele Investoren laut Händlern vorsichtig.
24.04.2018 17:34

Der SMI sank um 0,1 Prozent auf 8797 Punkte.

Im Laufe der Woche treffen sich bedeutende europäische Politiker mit US-Präsident Donald Trump. Auch der ungelöste amerikanisch-chinesische Zollstreit und die aufkeimenden Inflationsängste dämpften den Risikoappetit der Marktteilnehmer, hiess es am Markt. Der Anstieg der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf drei Prozent verunsichere die Anleger. Zudem veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Zinsentscheid.

Gut verläuft bisher die US-Bilanzsaison: Ein knappes Fünftel der im S&P500 gelisteten Unternehmen hatten bis Montagabend ihre Quartalsberichte vorgelegt. 78 Prozent übertrafen die Gewinnerwartungen laut Daten von Thomson Reuters.

Auch in der Schweiz läuft die Quartalsberichts-Saison: Während der Logistikkonzern Kühne & Nagel mit einem Gewinnplus von 11,5 Prozent im ersten Quartal die Markterwartungen leicht übertreffen konnte, enttäuschte AMS schwer. Nach einer Gewinnwarnung brachen die Aktie der Chip- und Sensorfirma 9 Prozent ein. AMS stellte am Montagabend nach Börsenschluss für das zweite Quartal einen Umsatzeinbruch und einen operativen Verlust in Aussicht. Die Firma machte dafür Produktüberleitungen sowie Produktänderungen eines Handy-Herstellers verantwortlich. AMS nannte keinen Namen, aber Experten zufolge dürfte es sich um Apple handeln. An den Wachstums- und Rentabilitätszielen bis 2019 und darüber hinaus hält AMS fest. Der Kurs dürfte solange unter Druck bleiben, bis die Prognosesicherheit wieder zunehme, erklärte Vontobel-Analyst Michael Foeth.

Die Aktien der UBS setzten den Abwärtstrend fort. Der Kurs schwächte sich nach dem Einbruch vom Vortag 0,3 Prozent ab. Analysten hatten die Gewinnqualität der Grossbank im ersten Quartal kritisiert. Verschiedene Banken und Broker senkten das Kursziel für die UBS-Aktien. Die Titel von Rivale Credit Suisse büssten am Tag vor dem Zwischenbericht 0,5 Prozent ein. Von Reuters befragte Analysten erwarten zwölf Prozent mehr Quartalsgewinn.

Fester waren die als krisensicher geltenden Indexschwergewichte Nestle und Roche mit Kurszuwächsen von 0,3 und 0,6 Prozent. Der dritte SMI-Riese Novartis verlor 0,4 Prozent an Wert.

Trotz guter Uhrenexportzahlen verloren die Luxusgüterwerte. Die Aktien von Richemont sanken um 0,2 Prozent und Swatch fielen um 0,6 Prozent. Die Ausfuhr von Schweizer Zeitmessern stiegen im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,4 Prozent. Das erste Quartal 2018 war nach Angaben des Verbands der Schweizer Uhrenindustrie mit einem Wachstum von zehn Prozent das stärkste seit 2012. Swatch-Chef Nick Hayek sagte dem Fernsehsender "CNBC", dass nach einem sehr starken Jahresende das zweistellige Wachstum auch 2018 angehalten habe. "Jeder Monat ist ein Rekordmonat für uns."

Ein geringer als erwarteter Gewinnanstieg beim Rivalen Randstad im ersten Quartal drückte die Anteile des Personalvermittlers Adecco 1,9 Prozent ins Minus.

Die Aktien von Meyer Burger sackten um 2,7 Prozent ab. Der Nanjing Intermediate Court hat die Patentverletzungsklage des Solarausrüsters gegen Wuxi Shangji Automation zurückgewiesen. Meyer Burger werde beim Jiangsu High Court Rechtsmittel einlegen und auch andere rechtliche Schritte gegen bestehende oder zukünftige Patentverletzungen unternehmen, um die Patentrechte durchzusetzen.

(Reuters)