Schweizer Börse schwenkt auf Erholungkurs ein

Die Schweizer Börse ist am Mittwoch auf Erholungskurs gegangen und hat mehrheitlich fester tendiert.
30.08.2017 17:14

Unterstützt wurde die Aufwärtsbewegung von einer gewisse Beruhigung in der Nordkorea-Krise und unerwartet starken Konjunkturzahlen aus den USA. Zusätzliche Unterstützung kam vom Dollar, der sowohl gegenüber dem Euro als auch dem Franken erstarkte.

Der SMI stieg um 0,4 Prozent auf 8851 Punkte. Am Dienstag war der Leitindex um 0,6 Prozent gesunken. Positiv bewerteten Marktteilnehmer, dass der SMI wieder in die seit Monaten gültige, von 8800 bis 9200 Zähler reichende Handelsspanne zurückgekehrt sei.

Zur besseren Stimmung trug auch bei, dass die Nordkorea-Krise nicht weiter eskalierte. Der Konflikt schwele aber weiter, warnten Händler. Nordkorea kündigte weitere Massnahmen gegen die USA an, während der UN-Sicherheitsrat den Test vom Montag als ungeheuerliche Gefahr bezeichne.

Starke Impulse lieferten die US-Konjunkturzahlen: Die weltgrösste Volkswirtschaft wuchs im zweiten Quartal überraschend stark um drei Prozent. Zudem schuf die US-Privatwirtschaft im August 237.000 neue Stellen - rund ein Viertel mehr als erwartet. Am Freitag wird die amtliche Jobstatistik veröffentlicht. Diese gebe Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen.

Gefragt waren die Baloise-Aktien. Die Titel des Versicherers wurden nach einem vorübergehenden Anstieg bis auf 159,60 Franken - den höchsten Stand seit 16 Jahren - noch um 1,3 Prozent höher mit 151,60 Franken gehandelt. Baloise steigerte den Halbjahresgewinn um ein Drittel auf 299 Millionen Franken, die Prämien lagen mit 5,67 Milliarden Franken leicht über dem Vorjahresniveau. Bislang wurde rund drei Prozent des Aktienrückkaufvolumens von bis zu drei Millionen Titeln durchgeführt. Die Aktien von Rivale Helvetia, deren Ergebnisse am Montag erwartet werden, stiegen um 2,3 Prozent.

Die Aktien von Swiss Re stiegen um 0,9 Prozent und die von Zurich um 0,4 Prozent.

Ein Anstieg der Anleihenrenditen ermutigte die Anleger zu Käufen der jüngst unter die Räder gekommenen Bankaktien: Die Titel der Credit Suisse und die der UBS rückten um 0,6 und 0,8 Prozent vor.

Die Anteile der als krisensicher geltenden Pharmakonzerne Novartis und Roche hinkten dem Markt hinterher. Mit Nestle gewann das dritte Index-Schwergewicht 0,4 Prozent an Wert.

Die Titel zyklischer Firmen wurden überwiegend zu höheren Kursen gehandelt. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Uhrenproduzenten Swatch und des Personaldienstleisters Adecco stiegen um ein Prozent. Die Sanitärtechnikfirma Geberit gewann 0,4 Prozent an Wert. Die Anteile des Zementherstellers LafargeHolcim gaben anfängliche Kursgewinne wieder preis. Die Givaudan-Aktien stiegen 0,8 Prozent. Der Chef des Aromen- und Duftherstellers, Gilles Andrier, bekräftigte auf einer Pressekonferenz in Zürich die Mittelfrist-Prognose.

Am breiten Markt stachen die Goldbach-Anteile mit einem Kurssprung um 6,5 Prozent hervor. Die Werbefirma hat den Halbjahresgewinn um 24 Prozent auf 4,6 Millionen Franken gesteigert und für das gesamte Jahr mehr Nettoergebnis als bislang in Aussicht gestellt - zehn bis zwölf Millionen Franken.

Anschlusskäufe nach einer Kaufempfehlung der Credit Suisse hoben die Aktien des Baukonzerns Implenia um 4,4 Prozent.

Die Aktien von Evolva notierten nach heftigen Kursausschlägen nach unten wie nach oben 2,4 Prozent im Minus. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen legt ein Sparprogramm auf und will die Zahl der Beschäftigten um 44 Prozent auf rund 100 reduzieren.

Die Titel von U-Blox fielen um 2,6 Prozent auf 165 Franken. UBS hat das Kursziel für den GPS-Chip-Hersteller auf 150 von 170 Franken gesenkt und hält an der Empfehlung "Sell" fest.

(Reuters)