Schweizer Börse schwenkt auf Konsolidierungskurs ein

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben. «Wir sind dabei die jüngsten Gewinne zu verdauen», sagte ein Händler.
23.05.2017 17:43

"Es täte dem Markt gut, wenn er sich seitwärts bewegen würde, um die hohe Bewertung abzukühlen." Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 9062 Punkte. Händlern zufolge goutierten die Anleger zwar die unerwartet starken Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone. Doch der Anschlag in Manchester, bei dem mehr als 20 Menschen starben und viele verletzt wurden, dämpfte die Stimmung.

In Deutschland ist die Stimmung bei den Firmenchefs ist so gut wie seit mehr als einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Der Rückgang der Schweizer Uhrenexporte im April sorgte für Enttäuschung, nachdem der Anstieg im März die Hoffnung auf eine Wende geschürt hatte. Der Rückgang sei stärker als angenommen, erklärte ZKB-Analyst Patrik Schwendimann. Die Ausfuhren von Uhren gingen nominal um 5,7 Prozent zurück. Richemont und Swatch zeigten sich allerdings wenig beeindruckt, die Kurse waren nur knapp tiefer und gehalten. Auf der Swatch-Generalversammlung sagte Präsidentin Nayla Hayek gemäss Redetext, die Zeichen für 2017 seien vielversprechend.

Die Aktien von Nestle büssten nach dem Anstieg auf ein Rekordhoch am Montag 0,9 Prozent ein. Pharmawert Novartis fiel um 0,5 Prozent. Die beiden Titel zeichneten damit für den Grossteil des SMI-Rückgangs verantwortlich. Auch das dritte Index-Schwergewicht Roche schloss unverändert.

Die Aktien von Clariant, die am Vortag nach der Bekanntgabe der Fusion mit dem US-Mitbewerber Huntsman kräftig gestiegen waren, sanken um 2,6 Prozent. Die Aktien von LafargeHolcim dagegen setzten den Höhenflug vom Vortag fort und stiegen um weitere 1,5 Prozent. Der Zementproduzent hatte am Montag die Ernennung von Sika-Chef Jan Jenisch zum neuen Konzernchef bekanntgegeben. Die Sika-Titel stabilisierten sich nach den Kurseinbussen vom Vortag und rückten 1,1 Prozent vor.

Im Abseits standen Bankaktien. Credit Suisse verloren 4 Prozent an Wert. Die CS-Aktien werden mit dem Anrechtsabschlag für die Kapitalerhöhung gehandelt. Für das Anrecht wurden 0,47 Franken bezahlt. Die Aktien von Julius Bär verloren 1,6 Prozent. Meist leichter waren auch die Versicherungswerte. Die Titel der UBS dagegen stiegen um 0,8 Prozent.

(Reuters)