Schweizer Börse setzt Konsolidierung fort

Die Kurse an der Schweizer Börse sind am Donnerstag leicht abgebröckelt. Das Geschäft verlief laut Händlern in ruhigen Bahnen.
11.05.2017 17:00

Das Umfeld präsentiere sich mit meist guten Firmenergebnissen und der sich erholenden Weltkonjunktur zwar in einem günstigem Licht. Aber für weitere Kursgewinne fehle dem Markt die Kraft. "Ideen, mit denen man Anleger zu Käufen ermuntern kann, sind derzeit dünn gesät", sagte ein Börsianer. "Wir leiden allmählich unter Höhenangst", sagte ein anderer Händler.

Der SMI bewegte sich in einer engen Spanne und notierte zuletzt mit 9065 Punkten um 0,3 Prozent niedriger. 

Obwohl viele Marktteilnehmer das Kursniveau als hoch bezeichneten, blieben sie relativ sorglos, sagte ein Börsianer. Dies zeige der tiefe Volatilitätsindex. "Die Marktteilnehmer fühlen sich so wohl, dass sie sich kaum absichern", sagte der Händler. "Eigentlich hoffen alle darauf, dass die Kurse endlich einmal etwas zurückkommen, damit sie einsteigen können", sagte ein anderer Händler.

Bei den Standardwerten scnitten die Aktien von Zurich mit plus 0,2 Prozent verhältnismässig gut ab. Eine gesetzlich vorgeschriebene Reserveaufstockung in Teilen Grossbritanniens brockte dem Versicherer zwar einen Gewinnrückgang um fast ein Drittel ein. Analysten beurteilten den Jahresstart aber trotzdem als solide. "Auf den ersten Blick wurden zwar die Erwartungen geringfügig verfehlt, aber die zugrunde liegende Performance ist besser als erwartet, wenn man Einmaleffekte ausklammert", urteilte Vontobel-Analyst Stefan Schürmann.

Die meisten anderen Finanzwerte gaben nach. Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse verloren um ein Prozent. Schwächer waren auch die Anteile des Rückversicherers Swiss Re mit minus 1,2 Prozent. Auch die Versicherer Baloise und Swiss Life verloren mehr als ein Prozent. Der Lebensversicherer hatte am Mittwoch über einen Prämienrückgang im ersten Quartal berichtet.

Im Verlauf rutschten auch Aktien zyklischer Firmen zunehmend ab. Die Anteile des Elektrokonzerns ABB, des Uhrenherstellers Swatch, des Zementkonzerns LafargeHolcim und der Chemiefirma Clariant gaben nach.

Die Papiere von Richemont waren eine Spur höher. Der Luxusgüterkonzern veröffentlicht am Freitag den Jahresabschluss 2016/17. Analysten gehen von einem Gewinnrückgang um rund zwei Fünftel aus.

Syngenta sanken um 0,3 Prozent. Der Titel fällt am morgigen Freitag nach Börsenschluss aus dem SMI heraus und wird durch den Titel des Bauchemiekonzerns Sika ersetzt.

Die als krisenresistent geltenden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche, die den Markt lange im Plus gehalten hatten, bröckelten 0,5 und 0,1 Prozent ab. Der Lebensmitteltitel Nestle stieg dagegen um 0,1 Prozent und markierte ein neues Rekordhoch.

(Reuters)