Schweizer Börse zieht an - Adecco unter Druck

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch ungeachtet des eskalierenden Handelsstreits der USA mit China zugelegt. Gefragt waren vor allem Aktien von Banken und zyklischen Firmen.
19.09.2018 17:36

Gefragt waren vor allem Aktien von Banken und zyklischen Firmen. Der SMI stieg um 0,3 Prozent auf 8940 Zähler. Vor der Veröffentlichung der Zinsentscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstag verlief das Geschäft relativ ruhig. "Überraschungen sollte es dabei nicht geben", sagte ein Händler.

"Der Handelsstreit dürfte fürs erste in die Kurse eingearbeitet sein", sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sagte, es sei positiv, dass US-Präsident Donald Trump chinesische Importe weniger stark mit Strafzöllen belegte als befürchtet. Die Hoffnung auf eine Beilegung des Streits könnte sich als trügerisch erweisen, sagte ein anderer Händler. Es sei nicht auszuschliessen, dass die USA auf die von Peking angekündigten Gegenzölle auf US-Importe wiederum mit zusätzlichen Straf-Abgaben reagieren könnten.

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Adecco, die um 6,2 Prozent einbrachen. Der Personalvermittler bekommt die sich eintrübende Konjunktur zu spüren. Er hält aber am mittelfristigen Ziel fest, vier Mal mehr zu wachsen als das globale Wirtschaftswachstum. Der Weltmarktführer wuchs in den Monaten Juli und August nur noch um 2,0 Prozent. Und im September habe es sich im Vergleich zu den beiden Vormonaten nochmal verlangsamt, teilte der Konzern anlässlich einer Investorenveranstaltung mit. "Das ist eine enttäuschende Entwicklung. Die Wirtschaft läuft und Adecco profitiert nicht davon. Das Ausmass (der Verlangsamung) hätte ich mitnichten so erwartet", sagte ein Händler. Zu einem Kurs von 55 Franken und tiefer sei die Aktie kaufenswert. Zudem dürfte die Dividendenrendite von mehr als vier Prozent den Kurs stützen.

Dem Anlagenbauer Sulzer machte die Platzierung von fünf Millionen Aktien aus dem Eigenbestand bei Investoren zu schaffen. Die Titel, die zu 112 Franken je Aktie platziert wurden, verloren 4,7 Prozent auf 116 Franken. Der Konzern hatte die Aktien im April von Grossaktionär Viktor Vekselberg für 109,13 Franken pro Aktie erworben. Entsprechend resultiere ein Gewinn von rund 15 Millionen Franken. Der Verkauf der Aktien bedeute eine Entlastung, da die erwartete Platzierung nun gemacht sei, kommentierte Armin Rechberger von der ZKB.

Deutliche Gewinne verbuchten bei den Standardwerten die Aktien der Banken, die im Fahrwasser der anziehenden Renditen der US-Staatsanleihen jüngst verlorenen Boden gutmachten. Credit Suisse und UBS gewannen mehr als zwei und Julius Bär 1,2 Prozent. Der Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf deutlich über drei Prozent wecke bei den Anlegern die Hoffnung auf steigende Gewinne. "Steigende Renditen versprechen aussichtsreichere Geschäfte", sagte ein Händler.

Auch die Aktien zyklischer Firmen stimmten in den Aufwärtstrend ein. Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont, die mit einem Dividendenabschlag gehandelt wurden, aber büssten 2,4 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Rivale Swatch notierte praktisch unverändert. Die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Zementherstellers LafargeHolcim gewannen mehr als ein Prozent.

Die Titel von Clariant rückten um weitere 1,9 Prozent vor. Am Dienstag war der Kurs um 7,9 Prozent gestiegen, nachdem der Chemiekonzern über einen Konzernumbau und Führungswechsel informiert hatte.

Nicht gefragt waren die Anteile des als konjunkturstabil geltenden Schwergewichts Nestle, die um 0,2 Prozent sanken. Der Lebensmittelriese gehört Insidern zufolge zu den Interessenten für die indische Malzgetränke-Sparte des britische Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK). Die Horlicks-Sparte wird mit über vier Milliarden Dollar bewertet.

Die Anteile des Pharmazulieferers Lonza legten ein Prozent auf 320.90 Franken zu. Die Deutsche Bank empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 375 Franken zum Kauf. Bei den Pharmariesen waren Novartis um 0,3 Prozent höher und Roche um 0,1 Prozent niedriger.

(Reuters)

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