Schweizer Börse zieht leicht an

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht zugelegt. Enttäuschende Zahlen vom US-Arbeitsmarkt belasteten die Beteiligungspapiere aber nur kurzzeitig.
01.09.2017 17:39

Der SMI notierte mit 8942 Punkten um 0,2 Prozent höher. Damit steuert der Leitindex auf ein Wochenplus von 0,4 Prozent zu.

"Der US-Arbeitsmarkt enttäuscht", sagte Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Enttäuschend sei aber nicht die Zahl neugeschaffener Stellen, sondern das stagnierende Lohnwachstum. Solange die Löhne nicht stiegen, werde auch der private US-Konsum zu keiner stärkeren Dynamik finden, sagte der VPB-Chefökonom. "Damit dürfte die Fed die Zinsen im Dezember nicht anheben", sagte ein Börsianer. "Die Geldschleusen bleiben offen."

Im August schufen Unternehmen ausserhalb der US-Landwirtschaft 156.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Plus von 180.000 gerechnet. Gleichzeitig stiegen die Stundenlöhne um 0,1 Prozent - halb so stark wie erwartet.

Händler beschrieben das Geschäft als ruhig. Dies habe abgesehen von den US-Job-Daten auch daran gelegen, dass in den USA am Montag die Börsen wegen des Labor Day-Feiertags geschlossen bleiben. Daher sei die Zurückhaltung noch etwas grösser ausgefallen als üblich. "Wir stehen vor einem langen Wochenende in den USA. Wer weiss, was da alles passieren kann", sagte ein Händler.

Weitere Auskunft über Zeitpunkt und Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts der US-Notenbank erwarteten die Anleger nun von den öffentlichen Auftritten mehrerer Fed-Vertreter in der kommenden Woche. Am Donnerstag veröffentlicht zudem die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsentscheidung.

Die Standardwerte notierten mehrheitlich fester. Die stärksten Gewinne verbuchten Aktien zyklischer Firmen. So gewannen die Titel des Zementkonzerns LafargeHolcim oder der Bauchemiefirma Sika. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB, der kommende Woche den "Innovation Day" abhält, stiegen mehr ein Prozent.

Weniger gefragt waren die als wenig konjunktursensitiv geltenden Aktien der Telekomfirma Swisscom und des Lebensmittelriesen Nestle. Sie gaben leicht nach.

Die Anteile von Roche und Novartis konsolidierten die Gewinne vom Vortag. Novartis waren am Donnerstag um mehr als zwei Prozent höher gehandelt worden. Der Pharmakonzern hat mit einer neuartigen Gentherapie den Anschluss in der als Durchbruch geltenden Krebs-Immunbehandlung geschafft.

Die Finanzwerte tendierten fester. Die Aktien der Grossbank Credit Suisse stieg um 0,5 Prozent und die von Rivale UBS waren unverändert. Julius Bär stieg um 1,3 Prozent. Die Titel der Versicherer Swiss Re und Zurich waren eine Spur höher, obwohl viele Anleger laut Händlern befürchteten, dass die vom Sturm Harvey verursachten Schäden höher als bisher gedacht sein könnten. Vor dem am Montag erwarteten Halbjahresbericht gewannen die Aktien von Helvetia ein Prozent.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von Sonova um ein Prozent. Bei dem Hörgerätehersteller kommt es zu einem Führungswechsel. Arnd Kaldowski löst Lukas Braunschweiler ab, der nach sechs Jahren zurücktritt. Braunschweiler werde zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Sonova peilt nach Angaben des scheidenden Chefs in den kommenden sieben bis zehn Jahren einen Umsatzanstieg auf vier Milliarden Franken an.

Eine Kaufempfehlung von SocGen hob die Aktien von Dormakaba um 4,5 Prozent auf das Rekordhoch von 905,5 Franken.

(Reuters)