Schwergewichte belasten Schweizer Börse

Kursverluste der Marktschwergewichte haben die Schweizer Börse am Montag kräftig belastet. Dazu kamen laut Händlern die Sorgen der Anleger wegen des Handelskriegs der USA mit China und Europa.
18.06.2018 17:34

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verkündete am Freitag eine zweite Welle von Zöllen auf chinesische Waren. Zusätzlich schürte der Asylstreit in der deutschen Regierungskoalition Zurückhaltung bei den Anlegern, sagte ein Börsianer.

Der SMI sackte um 1,4 Prozent auf 8520 Punkte ab und verbuchte damit den schwärzesten Tag seit Anfang März. In der Vorwoche war der Leitindex um 1,6 Prozent gestiegen und hatte die bislang stärkste Woche im zweiten Quartal verzeichnet. Dass die Anleger verunsichert sind, zeigte sich auch in dem mit zwölf Prozent starken Anstieg des Volatilitätsindex.

Der SMI sei dabei, aus der sich von 8500 bis 9000 Punkten erstreckenden und seit Anfang Jahr bestehenden Handelsspanne nach unten hinauszufallen, sagte ein Händler. "Viel tiefer sollten wir nicht sinken, sonst droht ein Kursrückgang gegen 8200 Punkte", sagte ein Händler.

Starken Druck auf den Schweizer Gesamtmarkt übten die beiden SMI-Schwergewichte Nestle und Novartis aus. Der Lebensmittelwert verlor 1,5 Prozent. Der Pharmariese Novartis büssten trotz guter Produktnachrichten 2,5 Prozent auf 73,42 Franken ein. Für eine künstliche Linse der Augenheil-Tochter Alcon wurden in einem direkten Vergleich mit einem Konkurrenzprodukt bessere Sehleistungen nachgewiesen, erklärte der Konzern. Barclays hatte das Kursziel für die Novartis-Aktie auf 70 Franken gesenkt und die Empfehlung lautet "Underweight".

Die Titel von Rivale Roche dagegen ermässigten sich "nur" um 0,9 Prozent. In jüngster Zeit standen die Genussscheine von Roche stärker unter Druck als Novartis-Aktien. Seit Jahresanfang hat Roche rund 15 und Novartis gut zehn Prozent an Wert eingebüsst. Der negative Einfluss der grossen Drei machte sich mit mehr als 80 Punkten im SMI bemerkbar.

Die erhöhten Spannungen im Zusammenhang mit dem Handelsstreit machten vor allem den Aktien zyklischer und exportorientierter Firmen zu schaffen. Die Anteile der Inspektionsfirma SGS sanken um 0,8 Prozent, die des Personalvermittlers Adecco um 0,3Prozent, die des Zementproduzenten LafargeHolcim mit 0,9 und die des Elektrotechnikkonzerns ABB um 1,8 Prozent.

Auf den Verkaufszetteln standen auch die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS, die sich um 1,5 und 1,9 Prozent abschwächten. Die Rating-Agentur Moody's hat die Bonitätsnote für die langfristigen Verbindlichkeiten der Grossbank UBS auf "Aa2" von "Aa3" angehoben. Der Rating-Ausblick lautet "stabil".

Mit Abschlägen von meist weniger als einem Prozent schlugen sich die Anteile der Versicherer besser als der Markt: Swiss Re fielen um 1,1 Prozent.

Am breiten Markt rutschten die Anteile von Idorsia nach einem festeren Start 1,7 Prozent ins Minus. Die forschende Biotech-Firma beginnt mit einer Phase-III-Zulassungsstudie für das Medikament Clazosentan. Die Arznei soll zur Vorbeugung von Gehirnblutungen durch das Platzen eines Gefässes eingesetzt werden. In Japan hat das Unternehmen zudem eine Tochtergesellschaft gegründet.

Deutliche Abschläge verzeichneten die Aktien aus dem Technologiebereich: Meyer Burger fielen um 4,6 Prozent unter die psychologisch wichtige Marke von einem Franken.

(Reuters)