Schwergewichte drücken Schweizer Börse - Adecco schwächer

Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag belastet von Kurseinbussen bei den Indexschwergewichten abgeschwächt.
07.11.2017 17:37

Positive Vorgaben aus Asien und der freundliche Start an der Wall Street konnten den Markt nicht auf einen Aufwärtstrend hieven. Er setze die Konsolidierung auf hohem Niveau fort. "Wir sind stolz bewertet und für weitere Käufe fehlen Impulse", sagte ein Händler. Aber es fehlten auch Alternativen zu Aktien. "Wer Risiken minimieren möchte, müsste sein Vermögen in Bargeld halten. Denn auch andere Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilien sind gut bewertet."

Der SMI notierte um 0,7 Prozent tiefer mit 9220 Punkten. Bereits am Montag hatte sich der Leitindex um 0,4 Prozent ermässigt, nachdem er Ende vergangener Woche auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen war.

Impulse waren rar. Wichtige Konjunkturzahlen standen nicht in der Agenda und die Saison der Quartalsbilanzen neigt sich allmählich dem Ende zu.

Gewinnmitnahmen drückten die Aktien des als konjunkturresistent geltenden Lebensmittelriesen Nestle sowie der Pharmakonzerne Novartis und Roche um bis zu 1,6 Prozent ins Minus. Der Anstieg der drei Titel hatte den SMI jüngst nahe an das Allzeithoch von 2007 geführt.

Die Arzneimittelhersteller warteten mit guten Nachrichten auf. Das Novartis-Medikament Cosentyx reduziert einer Studie zufolge die Symptome bei Psoriasis-Arthritis. Roche darf sein Hautkrebsmittel Zelboraf in den USA künftig breiter einsetzen und erhielt im weltgrössten Pharmamarkt zudem die Zulassung für die Arznei Alecensa zur Behandlung von Patienten mit einem spezifischen Typ von Lungenkrebs.

Die Aktien von Adecco grenzten anfängliche Kursverluste von mehr als zwei Prozent im Verlauf auf ein Prozent ein. Der Weltmarktführer verdiente wegen unerwarteter Abschreibungen im dritten Quartal um fast ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor und wuchs auch weniger stark als von Analysten erwartet. ZKB-Analyst Marco Strittmatter sprach von einer Enttäuschung. "Das anziehende Umsatzwachstum am Ende des Quartals lässt jedoch die Hoffnung keimen, dass Adecco noch einen Gang höher schalten kann."

Unter Ausklammerung der einmaligen Abschreibungen sei das Ergebnis gar nicht so schlecht, sagte ein Händler. "Operativ ist mehr Zug drin, als es auf den ersten Blick aussieht." Zudem stimme der Ausblick der Firma zuversichtlich.

Bei den Aktien zyklischer Firmen kristallisierte sich kein klarer Trend heraus. Zu den Kursgewinnern zählten etwa der Elektrotechnikkonzern ABB, die Anlagenbauer Georg Fischer und Oerlikon und der Prüfkonzern SGS. Die Luxusgüterproduzenten Richemont und Swatch und der Zementriese LafargeHolcim gaben nach.

Bankaktien erholten sich nach früher Schwäche und machten die Verluste wett. Credit Suisse gewannen gar 0,5 Prozent, UBS und Julius Bär schlossen unverändert. Bei den Versicherungen dominierte eine freundliche Tendenz. Swiss Life traten auf der Stelle. Der Lebensversicherer präsentiert am Mittwoch seine Bilanz. Zurich, deren Zwischenbericht am Donnerstag veröffentlicht wird, waren 0,3 Prozent fester.

Am breiten Markt griffen die Anleger zu Implenia; die Aktien des Baukonzerns stiegen um 4,4 Prozent. Die Firma wurde von der UNO mit dem Bau eines Verwaltungsgebäudes in Genf beauftragt. Das Volumen beträgt rund 100 Millionen Franken.

Hingegen fielen die Aktien von Burckhardt Compression nach dem Halbjahresbericht um 4,5 Prozent. Der Gewinn des Kompressoren-Herstellers sank im ersten Geschäftshalbjahr um 12,7 Prozent auf 8,7 Millionen Franken. Erst ab 2018 rechnet das Unternehmen wieder mit besseren Betriebsgewinnmargen.

Die Aktien von Barry Callebaut schwächten sich leicht ab. Der Schokoladehersteller veröffentlicht am Mittwoch den Jahresbericht 2016/2017. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Gewinn von 293 Millionen Franken.

(Reuters)