SMI knapp unter 9000er-Marke - Roche top, Swatch flop

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Donnerstag mit etwas höheren Kursen eröffnet und notiert am späteren Vormittag weiterhin leicht im Plus.
31.01.2019 11:36

Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex hat die Marke von 9'000 Punkten kurz gestreift, notiert aktuell aber etwas darunter. Die etwas höheren Kurse werden im Markt vor allem den guten Vorgaben aus den USA bzw. mit einem positiv aufgenommenen Statement der US-Notenbank begründet. Diese hatte am Vorabend ihren Leitzinssatz zwar erwartungsgemäss unverändert belassen, mit den Formulierungen im dazugehörigen Statement aber für Rückenwind bei Aktieninvestoren gesorgt.

Bei künftigen Zinsanpassungen hat das Fed aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Konjunktur eine "geduldige" Vorgehensweise signalisiert. "Die Anleger haben bekommen, was sie wollten: Das Fed wird deutlich vorsichtiger", kommentierten denn auch Marktteilnehmer. Dass die Aktienmärkte trotz der Fed-News nicht abheben, wird im Markt mit den weiter im Raum schwebenden Problemen wie Handelsstreit USA/China oder Brexit begründet.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 12 Uhr 0,3 Prozent auf 8'989 Punkte, im bisherigen Tageshoch war der Index auf knapp 9'013 Zähler vorgestossen.

Die grössten Bewegungen sind bei den Uhren- bzw. Luxusgüterwerten Swatch (-6,4%) und Richemont (-1,5%) zu finden. Swatch hat - wie meist ohne vorherige Ankündigung und damit zumindest halbüberraschend - seine Schlüsselzahlen des letzten Jahres veröffentlicht. Vor allem bei den Gewinnzahlen wurden die Schätzungen (gemäss AWP-Konsens) bei weitem verfehlt. "Ein Weihnachtsquartal zum vergessen", kommentierte die ZKB und stuft den Titel auf 'Untergewichten' zurück. Die Papiere des Genfer Konkurrenten Richemont werden von diesen Zahlen in Sippenhaft genommen.

Sehr gut aufgenommen werden dagegen die Zahlennews von Roche, der GS hat seine anfänglichen Gewinne ausgebaut und notiert aktuell 2,0 Prozent im Plus. Der Basler Pharmariese hat mit seinem (Kern)gewinn den AWP-Konsens relativ klar übertroffen. Auch die Guidance für das laufende Jahr 2019 sei höher, als was der Markt erwartet habe, meinen Analysten. "Roche feuert aus allen Zylindern", war ein Kommentar dazu. Die Novartis-Aktien (+1%) sind ebenfalls gesucht, dies im Anschluss an die Zahlen vom Vortag. Zur Erinnerung: die Novartis-Zahlen waren am Mittwoch anfänglich schlecht aufgenommen worden, bis zum Schluss hatte sich der Kurs aber erholt.

Ansonsten sind vor allem Zykliker wie Schindler (+1,2%), SGS (+0,5%) oder LafargeHolcim (+1,4%) gesucht. Aber auch die Gewinne bei den Technologiewerten Temenos (+1,7%) und Logitech (+0,6%) können sich sehen lassen.

Grössere Verluste bei den Blue Chips gibt es (ausser bei den Uhrenwerten) etwa für die Banken: Julius Bär (-1,9%), CS (-1,3%) und UBS (-0,6%) werden von Investoren mehrheitlich abgestossen. Zu den Verlierern gehören bei den Top 30 aber auch Nestlé (-0,7%). Hier drücken die zum Teil enttäuschenden Zahlen des Konkurrenten Unilever etwas auf den Kurs.

Im breiten Markt haben die beiden Kantonalbanken von Luzern (+2,1%) und Bern (+1,4%) ihre Abschlüsse für das vergangene Geschäftsjahr präsentiert. Zudem hat der Landwirtschaftsmaschinen-Hersteller Bucher (+0,3%) die Umsatzzahlen und erste Angaben zur Profitabilität publiziert.

Zu den grössten Gewinnern gehören derweil Air Tech (+33%), Kuros (+15,8%) oder Banque Profil de Gestion (+6,7%).

(AWP)