SMI tritt an Ort - Sika zieht an

Die Schweizer Börse hat am Freitag wenig verändert tendiert. Geprägt war der insgesamt eher ruhige Handel laut Händlern von Spezialsituationen.
11.05.2018 17:38

Da die Schweizer Börse wegen Christi Himmelfahrt am Donnerstag geschlossen war, nützten viele Marktteilnehmer den Feiertag, um eine Brücke in ein verlängertes Wochenende zu schlagen. Die Büros seien daher dünn besetzt gewesen, sagten Börsianer.

Der Leitindex notierte mit 8994 Zählern marginal höher. Damit steuert der SMI auf den fünften Wochengewinn in Folge hin.

Im Fokus der Anleger standen die Anteile von Sika. Die Aktie schnellte um 8,3 Prozent nach oben. Die Börse reagierte mit Erleichterung, dass der seit Jahren auf der Firma lasteten Übernahmestreit mit der französischen Saint-Gobain erledigt ist. Damit sei eine grosse Unsicherheit ausgeräumt. Gleichzeitig spekulierten Analysten, dass Sika längerfristig ins Visier eines anderen Käufers geraten könnte.

Der Pariser Baustoffriese rückte vom Plan ab, die Kontrolle über den kleineren Rivalen zu übernehmen. Saint-Gobain habe zwar wie geplant die Beteiligung der Gründerfamilie an Sika erworben, aber einen Teil des Pakets bereits an Sika weiterverkauft. Mit der Transaktion strichen die Franzosen einen Gewinn von 600 Millionen Euro ein. "Die Zerschlagung des gordischen Knotens ist positiv", kommentierte Martin Hüsler von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Dies sei eine "Win-Win-Situation".

Gefragt waren auch Bankaktien: Credit Suisse stiegen 2,1 Prozent, UBS gewannen 1,3 Prozent und Julius Bär 2 Prozent. Die Bank J.Safra Sarasin empfiehlt in ihrem "CIO Update" vom Freitag Bankaktien, da der Sektor in den vergangenen Monaten zu Unrecht abgestraft worden sei. Die Aktien der Versicherer waren höher, hinkten den Banken aber hinterher.

Anteile zyklischer Firmen wie ABB, Adecco und Geberit gewannen um ein halbes Prozent.

Die Genussscheine von Roche büssten 1,7 Prozent ein, was den Gesamtmarkt belastete. Der Pharmariese hat mit der Immuntherapie Tecentriq in Kombination mit Cotellic bei metastasierendem Dickdarmkrebs einen Rückschlag erlitten. Der primäre Endpunkt sei nicht erreicht worden. Die Luft werde dünn bezüglich der Frage, ob Roche mit Tecentriq die Konsensschätzungen beim Umsatz von vier Milliarden Franken erreiche, sagte ZKB-Analyst Michael Nawrath. Die Papiere des Rivalen Novartis sanken um 0,4 Prozent.

Stark unter Druck standen die Aktien von Cosmo Pharmaceuticals. Sie brachen nach einem Rückschlag im Zulassungsprozess für das Kontrastmittel Methylenblau um 22,5 Prozent ein.

(Reuters)