SMI verliert etwas vom frühen Schwung

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwochmittag weiter mit leichten Aufschlägen. Der Leitindex SMI war im frühen Handel sogar bis auf 10 Punkte an die Marke von 8700 Punkten herangestiegen.
12.04.2017 12:40

Bis zum Mittag fiel er aber wieder etwas zurück infolge wieder fallender Finanzwerte. Mit Blick auf die internationalen Krisenherde sei nun etwas Entspannung zu spüren, heisst es am Markt. In den vergangenen Tagen hätten höhere geopolitische Risiken das Sentiment zeitweise belastet.

Von Seiten der Konjunkturdaten gab es am Mittwoch kein Störfeuer. In Deutschland rechnen die Forschungsinstitute mit einer Fortsetzung des stabilen Aufschwungs. In Grossbritannien wurde wie erwartet eine niedrige Arbeitslosenquote gemeldet. Auch die Preisdaten aus China am Morgen wurden neutral aufgefasst. In den USA stehen am Nachmittag noch die Im- und Exportpreise auf der Agenda.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,2% auf 8662 Punkte (Tageshoch bisher 8692). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,3% auf 1381 Zähler zu und der breite SPI 0,3% auf 9732 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus, 8 im Minus und 1 (Swisscom) unverändert.

Dufry führt die Geewinnerliste an

Die grössten Gewinner unter den Bluechips sind Dufry (+2,9%), die volatilen Aryzta (+1,5%) und Adecco (+1,1%). Letztere haben am Berichtstag die Ausweitung der Online-Job-Plattform Beeple auf Italien, Frankreich, Grossbritannien und Luxemburg gemeldet.

Sika (+1,1% auf 6360 Franken) notieren am Tag nach der Generalversammlung inzwischen klar im Plus, nachdem der erste Kurs mit -4,3% noch deutlich negativ war. An der GV hat sich der Status Quo im Streit zwischen Verwaltungsrat und der Holding der Burkard-Familie SWH weiter zementiert. Die Stimmrechte der Holding wurden erneut beschnitten. Durchsetzen konnte die Erbenfamilie die Dividenden-Reduktion auf 96 Franken pro Aktie.

Im Nachgang der Q1-Zahlen hat zudem Vontobel das Kursziel für die Sika-Aktien auf 6750 Franken angehoben. Trotz des laufenden Rechtsstreits sei der Abschlag zu den Wettbewerbern zu hoch, heisst es.

Kühne+Nagel (Aktie +1,0%) hat eine Vereinbarung mit der chinesischen Internet-Plattform Alibaba bekanntgegeben. Den Händlern soll eine breitere Palette an E-Commerce-Lösungen zur Verfügung stehen. Der Kurs wird allerdings insbesondere von einer Rating-Anhebung durch Baader Helvea auf "Buy" von "Hold" getrieben. Der Analyst verweist auf die Ausweitung des Produktportfolios und rechnet mit einer steigenden Dividende aufgrund der starken Cash-Generierung.

Givaudan legen weiter zu

Givaudan (+0,7%) kann im Nachgang der Q1-Zahlen an die starke Entwicklung des Vortages anschliessen, wenn auch mit vermindertem Tempo. Auch die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont (je +0,5%) zählen erneut zu den stärkeren Gewinnern und auch die Zykliker Schindler (+1,0%) oder SGS (+0,6%) notieren fester.

Galenica (+0,4%), die künftige Vifor, hat gemeldet, dass die Mehrzuteilungsoption im Volumen von 248 Millionen Franken beim Börsengang von Galenica Santé (+1,3%) vollumfänglich ausgeübt wurde. Aufgrund der hohen Überzeichnung kommt dies nicht überraschend.

Besondere Stütze erhält der SMI allerdings von den Schwergewichten Nestlé (+0,3%) und Novartis (+0,5%); Roche (+0,1%) legen etwas moderater zu.

Bankaktien drehen ins Minus

Die Bankentitel UBS, Julius Bär und CS (je -0,3%) haben dagegen die anfänglichen Aufschläge eingebüsst und sind ins Minus gedreht. Für Letztere hat der UBS-Analyst das Kursziel (neu 17 Franken) gesenkt, während Kepler Cheuvreux es leicht anhebt (18 Franken).

Am breiten Markt hat der weltgrösste Schokolade-Produzent Barry Callebaut (-0,2%) im ersten Halbjahr getrieben vom höheren Kakao-Preis beim Betriebs- und Reingewinn deutlich zugelegt, obwohl das Volumenwachstum verhalten war. Der freie Cash-flow enttäuschte die Analysten etwas. Auf bereinigter Basis habe seine Gewinnerwartung jedoch höher gelegen, schreibt etwa der ZKB-Analyst.

Implenia (+1,8%) hat in Schweden einen Auftrag für ein Bahn-Infrastrukturprojekt in Stockholm im Volumen von 100 Millionen Franken gemeldet. Von Roll (+11%) setzt den Kursanstieg im Nachgang der gemeldeten guten Zahlen auch am Mittwoch fort. Auch Molecular Partners (+6,2%) zählt nach dem Einstieg von Aktionär Hansjörg Wyss erneut zu den Gewinnern. AMS (+2,6%) erholen sich etwas von den am Vortag erlittenen deutlichen Verlusten.

(AWP)