Stabilisierungsversuch vor US-Arbeitsmarktbericht

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einer ansonsten verlustreichen Woche einen Stabilisierungsversuch gestartet.
07.09.2018 12:16

Allerdings ist eine deutliche Zurückhaltung vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am Nachmittag zu spüren. Sollte dieser enttäuschen, erwarten Experten eine deutlich negative Kursreaktion an den Börsen weltweit.

Auch der Handelsstreit sorge weiter für Verunsicherung am Markt, sagten Händler. Sollten die USA, nachdem eine Einsprachefrist um Mitternacht abgelaufen war, nun die angekündigten Strafzölle auf chinesische Waren in Höhe von 200 Miliarden US-Dollar verhängen, drohe eine Eskalation auf die nächste Stufe. China hatte für diesen Fall bereits eine Gegenaktion mit Zöllen in Höhe von 60 Milliarden Dollar angekündigt.

Am Mittag steht der Swiss Market Index (SMI) unverändert bei 8819 Punkten.

Nach einem eher zurückhaltenden Start zeigen sich mittlerweile alle Schwergewichte im Plus. Nestlé gewinnen 0,3 Prozent, Novartis legen ebenfalls um 0,3 Prozent zu und Roche steigen nach der Publikation positiver Studiendaten in einem Fachjournal um 0,4 Prozent.

Ohne Neuigkeiten gewinnen Vifor (+1,4%) und die volatilen Aryzta (+0,5%) am deutlichsten hinzu. Julius Bär (+0,2%) profitieren derweil von einer positiven Studie der HSBC. Die Analysten halten den Kursrückgang der letzten drei Monate für übertrieben und empfehlen die Titel der Bank neu zum Kauf.

Auf der Verliererseite stehen LafargeHolcim mit minus 0,3 Prozent. JPMorgan hatte das Kursziel leicht gesenkt und Sorgen vor weiteren Währungsturbulenzen in den Schwellenländern geschürt - LafargeHolcim sei unter den europäischen Zementherstellern am verwundbarsten mit Blick auf die Schwellenländer.

Dufry geben um 1,1 Prozent nach. Händlern zufolge könnte die Aktie in Sippenhaft genommen werden, nachdem sich Kreisen zufolge der klamme chinesische Mischkonzern HNA von seiner Beteiligung an der Deutschen Bank trennen will. HNA ist auch stark in Dufry engagiert, was die Aktie zuletzt immer wieder in Bedrängnis brachte.

Die beiden Uhrenhersteller Swatch (-1%) und Richemont (-0,9%) leiden weiter unter einer möglichen neuen Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und ihrem wichtigen Absatzmarkt China.

In der zweiten Reihe sacken Schmolz + Bickenbach um 4,5 Prozent ab. Die US-Air Force hat bei der amerikanischen Tochter A. Finkl & Sons einen Auftrag storniert. Der Schritt sei nach dem Einspruch eines Wettbewerbers erfolgt, bestätigte eine Unternehmenssprecherin entsprechende Medienberichte gegenüber AWP. Der Auftrag habe ein Volumen von 420 Millionen Dollar, sei aber erst ab Ende 2019 gebucht worden. Somit gebe es keine Auswirkungen auf den Ausblick für das laufende Jahr.

Dorma+Kaba verlieren nach einer Abstufung durch Kepler Cheuvreux 3,3 Prozent. Idorsia hingegen profitieren von einem positiven Kommentar der Berenberg Bank und gewinnen 3,4 Prozent. Es zeige sich mit einigen Studienstarts eine positive Entwicklung der Pipeline, auch wenn die Forschungskosten hoch blieben und das Unternehmen wohl weiteres Kapital benötigen werde, so die Analysten.

dm/ra

(AWP)