Wdh/Aktien New York: Trump-Unsicherheit lastet auf der Stimmung

(Schlagwort "Roundup" in der Überschrift entfernt) - Das sich weiter hochschaukelnde Politdrama um US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch den Enthusiasmus an der Wall Street etwas gebremst. Zudem kamen vom Immobilienmarkt durchwachsene Daten: Die Verkäufe bestehender Häuser waren im Juli überraschend gefallen. Das zwei Stunden vor dem Handelsende veröffentlichte Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed führte zwar zu einem leichten Druck auf den US-Dollar, hinterliess am Aktienmarkt aber kaum Spuren. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial sank nach seinem zuletzt guten Lauf um 0,21 Prozent auf 25 766,96 Punkte.
22.08.2018 20:26

Der marktbreite S&P 500 , der am Dienstag im Verlauf noch ein Rekordhoch von 2873 Punkten erreicht hatte, legte im Vergleich zum Vortagesschluss um 0,07 Prozent auf 2864,84 Zähler zu. Der technologiewertelastige Nasdaq 100 stieg um 0,35 Prozent auf 7422,65 Zähler.

Für eine gewisse Zurückhaltung unter Investoren sorgte die brenzliger werdende Situation für Trump, nachdem mit seinem früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort und seinem langjährigen Anwalt Michael Cohen gleich zwei einstige enge Mitstreiter des Präsidenten schwerer Straftaten schuldig gesprochen worden sind. Cohen belastete Trump zudem. Er räumte ein, während des Wahlkampfes Schweigegeld an zwei Frauen gezahlt zu haben und damit gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstossen zu haben. Der Ausgang der Geschichte ist noch nicht absehbar, doch kommt Unsicherheit an der Börse nie gut an - zumal Trump der US-Wirtschaft mit milliardenschweren Steuersenkungen unter die Arme gegriffen hatte.

Zudem harren die Anleger mit Blick auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China der Dinge. Zuletzt hatte sich hier die Hoffnung auf eine gütliche Einigung im Zollstreit breit gemacht.

Auf der Unternehmensseite herrscht Unsicherheit bei Praxair , da die geplante Fusion mit dem deutschen Gasproduzenten Linde zunehmend wackelt. Wegen Bedenken von Kartellwächtern müssen die beiden Konzerne voraussichtlich mehr Unternehmensteile verkaufen als eigentlich im Zuge des Zusammenschlusses vereinbart. Nachverhandlungen sind notwendig - und das, obwohl die Zeit drängt. Spätestens am 24. Oktober soll die Fusion unter Dach und Fach sein. Die Praxair-Papiere fielen um 1,74 Prozent.

Die Papiere von Exact Sciences schossen indes um mehr als ein Viertel nach oben. Das Biotech-Unternehmen schloss eine Vertriebspartnerschaft für einen Krebstest mit dem US-Pharmakonzern Pfizer . Dessen Aktien legten leicht zu.

Der Einzelhändler Target überzeugte die Anleger mit einer überraschend guten Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal. Der Kurs zog um mehr als 3 Prozent an. Die Aktien von Zynga profitierten mit einem Plus von rund 8 Prozent von einer Studie des Analysehauses Robert W. Baird. Die Experten sagen dem Handyspiel "Star Wars" einen langfristigen Erfolg voraus./mis/he

(AWP)