Wirbelsturm "Harvey" sorgt für Zurückhaltung an US-Börsen

Der Wirbelsturm "Harvey" hat die Wall Street am Montag vorsichtig gestimmt. Die Unwetter sorgten für eine gewisse Risikoscheu, sagte Anlagestratege Matt Lloyd vom Vermögensverwalter Advisors Asset Management.
28.08.2017 22:27

"Aber das ist nichts, was die Märkte wirklich erschüttert." Kursverluste bei Öl- und Versicherungskonzernen standen Gewinne bei Baumarktketten gegenüber. "Harvey" ist der schwerste Wirbelsturm in Texas seit mehr als 50 Jahren. Ganze Landstriche des von der Ölindustrie geprägten Bundesstaats standen wegen starken Regens unter Wasser. Meteorologen erwarten den Höhepunkt für Mittwoch oder Donnerstag.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,02 Prozent auf 21.808 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte knapp 0,1 Prozent auf 2444 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,3 Prozent auf 6283 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent schwächer auf 12.123 Punkten.

Zu den Verlierern an der Wall Street gehörten Versicherer. Travelers-Aktien etwa gaben um 2,6 Prozent nach, Progressive um 2,3 und Allstate um 1,5 Prozent. Zudem traf es die vom Sturm gebeutelte Ölindustrie. ExxonMobil büßten 0,3 Prozent an Börsenwert ein, Chevron 0,4 Prozent.

Baumarktketten waren dagegen gefragt. Anleger setzen darauf, dass der Wiederaufbau nach den Katastrophenschäden deren Geschäfte ankurbeln wird. Home Depot legten 1,2 Prozent zu und Lowe's 0,6 Prozent.

Im Blickpunkt stand eine Großübernahme in der Pharmabranche: Gilead Sciences will den Krebsspezialisten Kite Pharmaceuticals für rund zwölf Milliarden Dollar kaufen. Die Kite-Aktie schoss gut 28 Prozent in die Höhe. Gilead-Titel zogen 1,2 Prozent an.

Expedia sackten hingegen 4,5 Prozent ab. Der Online-Reiseanbieter wird wohl seinen Firmenchef Dara Khosrowshahi verlieren. Er steht vor einem Wechsel zum Fahrdienstvermittler Uber, wie aus Insider-Informationen und einem internen Expedia-Papier hervorgeht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 710 Millionen Aktien den Besitzer. 1354 Werte legten zu, 1548 gaben nach, und 168 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,55 Milliarden Aktien 1440 im Plus, 1474 im Minus und 205 unverändert.

US-Staatsanleihen tendierten gegensätzlich. Die zehnjährigen Bonds stiegen um 2/32 auf 100-24/32. Sie rentierten mit 2,165 Prozent. Die 30-Jährigen verloren 6/32 auf 99-27/32 und hatten eine Rendite von 2,76 Prozent.

(Reuters)