Konsumenten ärgern sich am meisten über unerwünschte Werbeanrufe

Fast 4400 Personen haben sich seit Januar bei der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen beschwert, weil sie trotz Sterneintrag im Telefonbuch von Call-Centers kontaktiert wurden. Damit bleiben die unerwünschten Werbeanrufe das grösste Konsumenten-Ärgernis.
05.12.2016 12:38

Wie die Allianz am Montag mitteilte, sind das rund 21 Prozent der über 20'660 Personen, die bei den Mitgliedsorganisationen der Allianz eine Beschwerde oder eine Beratungsanfrage eingereicht haben.

Um dem Problem Herr zu werden, hat die Swisscom nach einem Runden Tisch eine technische Lösung eingeführt: Seit dem 28. November können Swisscom-Kunden unerwünschte Werbeanrufe auf dem Festnetz blockieren lassen. Sunrise und upc (cablecom) wollen im nächsten Jahr ebenfalls eine Lösung zur Bekämpfung solcher Anrufe vorstellen. Gemäss der Allianz hat sich der Anbieter Salt nicht dazu geäussert.

Den Konsumentinnen und Konsumenten drückt der Schuh zudem bei Garantieleistungen. 3656 Personen meldeten sich zwischen Januar und November bei den Konsumberatern, weil beispielsweise die Reparatur eines Handys trotz laufender Garantie nicht übernommen wurde.

Der Fall eines Ehepaars steht für ein Beispiel des unlauteren Wettbewerbs, der am dritthäufigsten zu Beratungsanfragen oder Beschwerden führte. Dieses hatte sich mithilfe des Internets auf die Ferien vorbereitet. Nach den Ferien forderte ein ausländischer "Routenplaner" das Ehepaar zur Bezahlung eines Betrags auf, ohne dass das Ehepaar je einem Vertrag zugestimmt hätte.

Unerlaubte Inkasso-Forderungen, der "Beschiss" mit den VW-Dieselmotoren, hohe und nicht gerechtfertigte Roaming-Gebühren oder die Erhöhung der Krankenkassenprämien waren weitere Gründe, weswegen die Konsumentinnen und Konsumenten bei der Allianz Rat suchten.

Zur Allianz gehören die Stiftung für Konstumentenschutz (SKS), die Fédération Romande des Consommateurs (FRC) und die Associazione Consumatrici e Consumatore della Svizzera Italiana (ACSI). Sie haben das Barometer über die grössten Ärgernisse der Konsumentinnen und Konsumenten gemeinsam erstellt.

(SDA)