Landschaftsschutz moniert unnötige nächtliche Strassenbeleuchtungen

Der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sind die Nächte in weiten Teilen der Schweiz zu hell. Der Grund: Viele Strassen und Gebäude würden unnötig beleuchtet. Eine nationale Roadmap soll nun Abhilfe schaffen.
26.09.2017 15:33

Ziel ist es, die Lichtverschmutzung zu reduzieren und die Nachtlandschaft künftig besser zu schützen, wie die Stiftung am Dienstag mitteilte. Heute könne die Mehrheit der Weltbevölkerung die Milchstrasse am Nachthimmel nicht mehr sehen. In der Schweiz gebe es keinen Ort mehr mit einer natürlichen Nachtdunkelheit. Auch Pflanzen und Tiere litten darunter.

Laut den Landschaftsschützern gibt es durchaus Potenzial, die Situation zu verbessern. Sie stützen sich dabei auf eine Studie der HTW Chur. Demnach zeigen insbesondere touristische Destinationen, wie besser mit künstlicher Beleuchtung umgegangen werden könnte.

So habe beispielsweise der Berner Naturpark Gantrisch dank seines Projektes "Nachtlandschaft" die Übernachtungszahlen steigern können. Für das Tourismusresort in Andermatt UR sei ein Lichtmonitoring eingeführt worden, welches die Lichtemissionen der Bauten kontrolliere. Das Fünfsternehotel Chedi wende ein Lichtdesign an, das Aussenbeleuchtungen stark reduziere.

Auch verschiedene Kantone seien im Umgang mit Nachtbeleuchtungen vorbildlich, schreibt die Stiftung Landschaftsschutz. Dies zeige, dass Leuchtreklamen oder Strassenlampen, welche die ganze Nacht hindurch leuchteten, weder aus Sicherheitsgründen nötig, noch werbemässig unverzichtbar seien.

Weitere Verbesserungen bringen soll nun eine nationale Roadmap zur Reduktion der Lichtverschmutzung. Diese beinhaltet laut den Landschaftsschützern die Reduktion der Strassenbeleuchtung, der Gebäudebeleuchtung wie auch die Beleuchtung bei Veranstaltungen.

Es sei nicht mehr zeitgemäss, Gebäude wie das Bundeshaus, Skipisten oder Rodelbahnen in der Nacht zu beleuchten. Hierfür brauche es nun nationale Regeln.

(SDA)