Lateinamerika und Karibik gefährlichste Region der Welt für Frauen

In Lateinamerika und der Karibik wird Frauen am meisten Gewalt in der Welt angetan. Angesichts besonders gravierender sexueller Gewalt und Morden an Frauen hat die UNO in einem Bericht Alarm geschlagen.
23.11.2017 10:26

Die Rate sexueller Gewalt gegen Frauen ausserhalb von Beziehungen ist in der Region demnach die höchste in der Welt. Drei von zehn Ländern mit den höchsten Vergewaltigungsraten der Welt liegen dem Bericht zufolge in der Karibik. Morde an Frauen erreichten demnach in Zentralamerika ein "verheerendes" Niveau.

Zwei von drei Frauen würden wegen ihres Geschlechts ermordet, heisst es in dem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Bericht der UNO-Gleichstellungsorganisation (UN Women) und dem UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP).

Am gefährlichsten sind demnach das sogenannte Nördliche Dreieck aus Honduras, El Salvador und Guatemala sowie Mexiko. Dort hätten Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts (Femizid) und Gewalt gegen Frauen "epidemische" Ausmasse erreicht, sagte Eugenia Piza-Lopez vom UNDP. In vielen Fällen gebe es eine Verbindung zum organisierten Verbrechen.

Das Nördliche Dreieck gilt als gefährlichste Region der Welt ausserhalb von Kriegsgebieten - vor allem weil dort Verbrecherbanden und Drogenkartelle ihr Unwesen treiben. Zwar gebe es in 24 von 33 Staaten Lateinamerikas und der Karibik Gesetze gegen häusliche Gewalt, heisst es in dem UNO-Bericht. Doch nur neun Länder hätten Gesetze erlassen, die gegen andere Formen von Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit oder im Privaten vorgingen.

16 dieser Staaten haben laut dem Bericht Femizid als Straftat im Gesetzbuch, in einigen wenigen Ländern stehen auch einige neuere Arten von Vergehen unter Strafe, etwa Cyberkriminalität, politische Gewalt oder Säureangriffe. Trotz dieser Fortschritte bleibe die "Plage" der Gewalt jedoch eine Bedrohung für die Menschenrechte, die Gesundheit und die öffentliche Sicherheit, stellt die UNO fest.

Sie empfiehlt eine Stärkung der Institutionen und der Politik in der Region sowie mehr Ressourcen, um Frauen zu stärken. Zudem müssten "patriarchalische" kulturelle Normen, die die Ungleichheit der Geschlechter bewahrten, angegangen werden.

(SDA)