Links-Grün und die SVP hoffen auf den zweiten Wahlgang

Das bürgerliche Bündnis aus CVP, FDP und SVP hat bei den Freiburger Staatsratswahlen am Sonntag gut funktioniert. Die Allianz eroberte im ersten Anlauf vier der sieben Sitze. Am 27. November kommt es zum zweiten Wahlgang.
06.11.2016 20:44

Das links-grüne Lager hofft nun, im zweiten Wahlgang seine drei Sitze in der Kantonsregierung sichern zu können. Auch die SVP setzt Hoffnungen in den zweiten Wahlgang, um nach 20 Jahren wieder in die Regierung einzuziehen.

Die Wahlbeteiligung betrug am Sonntag 39,11 Prozent. Um im ersten Wahlgang in die Kränze zu kommen, mussten die Kandidierenden das absolute Mehr knacken. Dies gelang vier Kandidaten des bürgerlichen Bündnisses.

Das beste Resultat erzielte der bisherige CVP-Staatsrat Jean-Pierre Siggen mit 42'361 Stimmen. Seine Amtskollegen Maurice Ropraz (FDP) und Georges Godel (CVP) kamen auf 42'076 respektive 41'881 Stimmen.

Vom bürgerlichen Bündnis schaffte auch Neuling Olivier Curty (CVP), der aktuelle Vizekanzler des Kantons Freiburg, den Sprung in die Regierung im ersten Anlauf mit 40'190 Stimmen.

Der 45-jährige Murtener zeigte sich am Sonntag überrascht. "Ich habe nicht damit gerechnet. Die Entente hat gut funktioniert", sagte Curty am Sonntag gegenüber dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Schweizer Radio SRF.

Von den übrigen Kandidierenden schaffte es am Sonntag niemand über die Hürde des absoluten Mehrs. Auf dem fünften Rang landete Peter Wüthrich (FDP) mit 35'801 Stimmen. Der SVP-ler Stéphane Peiry kam mit 33'847 Stimmen auf Rang sieben.

Noch vor Peiry platzierte sich SP-Nationalrat Jean-François Steiert mit 34'222 Stimmen. Damit realisierte Steiert das beste Ergebnis des links-grünen Lagers und übertraf die beiden amtierenden Staatsrätinnen Marie Garnier (Grüne) mit 30'683 Stimmen und Anne-Claude Demierre (SP) mit 29'534 Stimmen.

Beim zweiten Wahlgang Ende November gilt das relative Mehr; wer am meisten Stimmen macht, ist gewählt. Das Mitte-Rechts-Lager muss sich für den zweiten Wahlgang noch überlegen, mit welcher Strategie es fahren will.

So wie es aussieht, wollen FDP und CVP weiterhin den Partner SVP unterstützen. Offen ist, wie das bei den Wählern ankommt und ob sie sich am 27. November zahlreich genug an die Urnen begeben.

Beim links-grünen Lager, das am Sonntag nicht zu den strahlenden Siegern zählte, ist man "guter Hoffnung", im zweiten Wahlgang die drei bisherigen Sitze zu verteidigen, wie Steiert sagte.

Die Hoffnung von Mitte-Links beruht darauf dass SVP-Kandidat Peiry auf der bürgerlichen Liste von einem Teil der Wählerschaft gestrichen wurde. Ausserdem zählt man im linken Lager auf die weibliche Wählerschaft, die dafür sorgen soll, dass die beiden bisherigen Staatsrätinnen Garnier und Demierre in der Exekutive bleiben.

Der Freiburger Staatsrat setzt sich aktuell zusammen aus Beat Vonlanthen (CVP), Georges Godel (CVP), Jean-Pierre Siggen (CVP), Maurice Ropraz (FDP), Erwin Jutzet (SP), Anne-Claude Demierre (SP) und Marie Garnier (Grüne). Vonlanthen und Jutzet sind nicht mehr zur Wiederwahl angetreten.

Bei den Wahlen ins Kantonsparlament überholte die SP die CVP und wurde damit neu stärkste Kraft im Grossen Rat. Die Sozialdemokraten kommen neu auf 28 Sitze (-1) und schieben sich vor die CVP mit 27 Sitzen (-4). Die FDP errang 21 Sitze (+4). Damit liegt sie gleichauf mit der SVP, die unverändert 21 Sitze hält.

Die Grünen konnten ihre Sitze auf 6 verdoppeln (+3). Die CSP hält wie bisher 4 Sitze (--). Auch die GLP behält ihren einzigen Sitz (--). Ausserdem ziehen zwei Parteilose ins Kantonsparlament (+2). Nicht mehr dabei ist die BDP (-2).

Mehr als 600 Kandidatinnen und Kandidaten bewarben sich um einen der 110 Sitze im Grossen Rat.

Schliesslich wählten die Freiburgerinnen und Freiburger am Sonntag noch ihre Oberamtmänner. Der Saanebezirk, zu dem auch die Stadt Freiburg gehört, bleibt in den Händen der SP. Oberamtmann Carl-Alex Ridoré wurde wiedergewählt.

In den Bezirken Greyerz, Glâne und See waren die amtierenden Amtmänner ohne Konkurrenz. Zu zweiten Wahlgängen kommt es in den Bezirken Vivisbach, Sense und Broye.

(SDA)