Pharmazulieferer erhöht DividendeLonza steigert Gewinn vor Milliardenübernahme von Capsugel

Der Schweizer Pharmazulieferer Lonza geht mit einem satten Gewinnplus in die grösste Übernahme der Firmengeschichte.
25.01.2017 08:27
Logo am Lonza-Hauptsitz in Basel.
Logo am Lonza-Hauptsitz in Basel.
Bild: ZVG

Der Lifesciencekonzern Lonza hat im Geschäftsjahr 2016 mehr umgesetzt und erneut mehr verdient. Besonders die heute noch kleinere, aber margenträchtigere Sparte Pharma&Biotech trug zum guten Ergebnis bei. Und weil die im Dezember angekündigte Grossakquisition der US-Firma Capsugel erst noch verdaut werden muss, bleibt VR-Präsident Rolf Soiron noch ein Jahr länger an Bord.

Der Umsatz von Lonza stieg im Berichtsjahr um 8,7 Prozent auf 4,13 Mrd Franken, in Lokalwährungen gerechnet um 8,2 Prozent. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT nahm um 12 Prozent auf 486 Mio zu, bei einer 0,5 Prozentpunkte höheren Marge von 11,8 Prozent. Der Reingewinn stieg um 8,7 Prozent auf 301 Mio Franken. Rückstellungen und Restrukturierungskosten schlugen mit 82 Mio Franken zu Buche.

Diese Sonderbelastungen ausgerechnet hat sich Lonza noch besser geschlagen. Der sogenannte "Kern-EBITDA" stieg um 16 Prozent auf 918 Mio Franken bei einer Marge von 22,2 Prozent. Der "Kern-EBIT" nahm um 24 Prozent auf 651 Mio zu, versprochen hatte Lonza ein Wachstum von "mindestens" 15 Prozent. Der "Kern-Reingewinn" schliesslich lag mit 443 Mio Franken um 24 Prozent über dem Vorjahreswert. Mit diesen Kennzahlen hat Lonza die Prognosen der Analysten aber nur bei den bereinigten Zahlen übertroffen.

25 Rappen mehr Dividende

Der Verwaltungsrat schlägt die Auszahlung einer im Vergleich zum Vorjahr um 25 Rappen erhöhten Dividende von 2,75 Franken je Aktie vor. Finanziert wird diese aus dem Operativen Freien Cash Flow in Höhe von 408 Mio Franken (-39 Prozent).

Den deutlich tieferen Wert begründet Lonza mit der Übernahme von InterHealth Nutraceuticals. Dennoch sei der Abbau der Nettoverschuldung nach Plan verlaufen: Per Jahresende 2016 stand der Wert bei 1,58 Mrd Franken, nach 1,66 Mrd ein Jahr zuvor.

Starke Sparte Pharma & Biotech

Besonders stark wuchs die kleinere Sparte Pharma&Biotech, die pharmazeutische Inhaltsstoffe herstellt. Hier legte der Umsatz um 16 Prozent auf 1,85 Mrd Franken zu und der Kern-EBIT um knapp 22 Prozent auf 400 Mio. Lonza führt den Erfolg auf eine starke Dynamik im Säugetierzellgeschäft und gute operative Umsetzung sowie eine anhaltende Kostendisziplin zurück. Aber auch bei allen anderen Technologien und Verfahren sei ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen gewesen.

Das grössere Segment Feinchemikalien - das unter anderem Inhaltsstoffe für Nahrungsmittel oder Kosmetikprodukte, Desinfektionsmittel, Rostschutz- oder Holzkonservierungsmittel sowie Pilz- oder Unkrautbekämpfungsmittel herstellt - wuchs um 3,8 Prozent auf 2,25 Mrd Franken und der Kern-EBIT um 8,1 Prozent auf 322 Mio.

Die NaFrankenrage nach Chemikalien, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, habe wie erwartet einen Einbruch erlitten, so Lonza. Gute Ergebnisse hätten derweil die Bereiche Wood Protection, Consumer Care und Water Treatment erzielt.

Guidance mit Ablauffrist

Im Jahr 2017 erwartet Lonza ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich, einen Kern-EBITDA von 1 Mrd Franken sowie ein zweistelliges Wachstum des Kern-EBIT. Dieser Ausblick beruht auf einer Standalone-Basis, also ohne die Akquisition Capsugel, deren Abschluss im zweiten Quartal erwartet wird.

Die mittelfristige Prognose wird aber im Verlauf des Jahres 2017 überprüft. In Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Abschlusses der Akquisition plant Lonza eine Aktualisierung im Rahmen der Halbjahresergebnisse oder bei Vorlage der Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal.

Angaben zur geplanten Kapitalerhöhung im Zusammenhang mit der Capsugel-Akquisition macht Lonza nicht.

Soiron hängt noch ein Jahr dran

Ferner wird Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron entgegen seiner früheren Absicht noch ein Jahr dranhängen. Dies, um die Kontinuität der Aufsicht der Capsugel-Transaktion und deren erfolgreiche Integration sicherzustellen. Zum neuen VR-Präsidenten ab 2018 hat Lonza aber bereits heute den früheren Geberit-CEO Albert Baehny auserkoren.

Baehny wird der Generalversammlung 2017 zu Wahl in das Gremium vorgeschlagen und soll in einem ersten Schritt zum Vizepräsidenten des Verwaltungsrats berufen werden. Nicht mehr zur Wiederwahl für den VR stellt sich hingegen Thomas Ebeling.

(Reuters)