Luzerner Forscherinnen erfinden erste komplett gestrickte Skijacke

Textilforscherinnen der Hochschule Luzern haben eine neuartige Skijacke entwickelt, die nicht genäht, sondern gestrickt wird. Die Jacke passt sich den Bewegungen des Skifahrers an - und raschelt nicht. Die Innovation hat ihren Preis. Ein Exemplar kostet 1200 Franken.
15.02.2017 10:54

Wie die Hochschule Luzern am Mittwoch mitteilte, ist die Jacke, die zu 95 Prozent auf einer Strickmaschine hergestellt wird, genähten Jacken in vielen Punkten überlegen. Es falle am Ende weniger Restmaterial ab, das Kleidungsstück habe weniger Nähte und sei besser isoliert.

Bei der Herstellung wird der Stoff wie beim Stricken einer Socke direkt an der Strickmaschine in 3D über eine technische Konstruktion geformt. Spezielle Funktionen könnten beim Stricken in den Stoff integriert und so in einem Stoffstück an verschiedenen Stellen eingebaut werden.

Der Jackenstoff wurde unter anderem an der Schulter verstärkt, um ihn vor den scharfen Kanten der Skis zu schützen. An der Achsel und am Unterarm wurde eine Belüftung eingestrickt. Zudem ist der Strickstoff elastisch. Er gibt nach, wenn der Arm bewegt wird, nimmt aber danach wieder die ursprüngliche Form an, wie die Hochschule schreibt.

Die neuartige Fabrikation unterscheidet sich optisch kaum von den bisherigen Skijacken. Allerdings gibt es einen akustischen Unterschied. Die üblichen Hightech-Stoffe würden rascheln, heisst es in der Mitteilung. Der Strickstoff hingegen passe sich ruhig der Bewegung des Skifahrers an.

Den Formstrick aus einem Forschungsprojekt setzt die Bekleidungsfirma KJUS aus Hünenberg ZG für ihre Winterkollektion 2016/17 für zweilagige wind- und wasserdichte Jacken an. Ein Exemplar kostet fast 1200 Franken.

Die Jacke entstand aus dem Projekt "Future Skiwear". Dieses wurde von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes unterstützt.

(SDA)