Mann erstochen: Über zehn Jahre Freiheitsstrafe für Brasilianerin

Eine junge Brasilianerin, welche 2015 im Streit einen Spanier erstach, ist am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Ein Gericht in Burgdorf BE sprach sie der vorsätzlichen Tötung schuldig.
07.07.2017 11:53

Die Frau hatte den ihr bekannten Mann in einer Burgdorfer Bar getroffen. Dort vereinbarten sie, in der Wohnung des Spaniers im nahen Oberburg BE weiterzutrinken. In diesem Studio kam es aus nie geklärten Gründen zu einem Streit.

Indizien sprächen gegen die Aussage der Beschuldigten, sie habe eine Vergewaltigung befürchtet, sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilsverkündigung. Zu dieser Aussage passe beispielsweise nicht, dass sie nach der Tat noch Schränke durchsucht, Sachen mitgenommen, das Licht gelöscht und die Türe abgeschlossen habe.

Eine Verurteilung wegen eventualvorsätzlichen Totschlags in Notwehrexzess, wie dies der Verteidiger beantragt hatte, liege deshalb nicht drin. Doch auch ein Mord liege nicht vor. "Wir gehen davon aus, dass die Beschuldigte in einer eskalierenden Konfliktsituation relativ spontan zum Messer griff."

Mindestens 23 Mal stach die Frau zu, kümmerte sich laut der Anklage nicht um den am Boden liegenden, mit dem Leben kämpfenden Opfer, das verblutete. Ein paar Tage später wurde die Frau verhaftet. Sie gestand die Tat. Der Staatsanwalt hatte am Dienstag eine dreizehnjährige Freiheitsstrafe wegen vorsätzlicher Tötung beantragt.

(SDA)