Mögliche Zinserhöhungen in den USA belasten Fernost-Börsen

Die Aktienmärkte in Fernost haben am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Der Handel stand ganz im Zeichen von US-Notenbankchefin Janet Yellen, die in einer Rede Zinserhöhungen in Aussicht stellte.
19.01.2017 08:28
Die Ufer-Prachtstrasse «The Bund» in Schanghai mit Bauten aus der Kolonialzeit.
Die Ufer-Prachtstrasse «The Bund» in Schanghai mit Bauten aus der Kolonialzeit.
Bild: Pixabay

Diese Perspektive lastete auf vielen Börsen in Asien. Da nach Yellens Äusserungen aber auch der Dollar stieg und sich der Yen damit verbilligte, waren in Tokio Exportwerte gefragt. Auch Finanztitel fanden Anklang. Vor der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump am Freitag herrschte unter den Börsianern aber auch Nervosität. Ungewissheit über die bisher von den Anlegern fest einkalkulierten Konjunkturimpulse durch Trump nahmen einige Investoren zum Anlass für Gewinnmitnahmen.

Der Tokioter Leitindex Nikkei mit seinen 225 führenden Werten schloss 0,9 Prozent höher bei 19.072 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans gab dagegen 0,3 Prozent nach. Bei den stark von Ausfuhren abhängigen Unternehmen in Japan griffen die Anleger beherzt zu wegen der für Exporte günstigen Yen-Schwäche: Toyota -Papiere verteuerten sich um 1,8 Prozent, Honda um 2,5 Prozent. Die Aktien des Industriekonzerns Toshiba brachen dagegen um 16 Prozent ein. Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, dass der Verlust im US-Atomgeschäft deutlich grösser ausfallen könnte als bislang angenommen.

Einige Marktteilnehmer äusserten sich kurz vor Trumps Amtsübernahme wieder zuversichtlicher zu den Aussichten für die US-Konjunktur und hoffen darauf, dass Trump bei seiner Antrittsrede Details zu seinen Infrastrukturvorhaben und Steuererleichterungen nennt. "Die Rede des neuen Präsidenten könnte ein etwas optimistischeres Bild abgeben als die Reihe von chaotischen Mitteilungen, die in den vergangenen Wochen einige Leute nervös werden liessen", sagte Stefan Worrall, bei Credit Suisse zuständig für den japanischen Aktienmarkt.

Ein Dollar notierte mit 114,68 Yen. Die japanische Währung hatte kurz vor der Rede Yellens am Mittwoch noch den höchsten Stand seit sieben Wochen erreicht. Der Euro wurde mit 1,0639 Dollar gehandelt.

(Reuters)