Massiver Erdrutsch in China begräbt 141 Menschen unter sich

Nach einem grossen Erdrutsch werden in China mindestens 141 Dorfbewohner unter den Geröllmassen vermisst. Das Unglück passierte am Samstagmorgen im Kreis Mao in der südwestchinesischen Provinz Sichuan.
24.06.2017 11:26

Es bot sich ein Bild der Zerstörung: Der Bergrutsch hatte die Siedlung Xinmo mit zahlreichen zweigeschossigen Häusern über mehrere hundert Meter völlig unter sich begraben. Es war nur noch eine Geröllwüste. Kein Haus war mehr zu sehen.

Eine dreiköpfige Familie mit einem Säugling konnte gerettet werden, berichtete das Staatsfernsehen. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Der Erdrutsch sei durch heftige Regenfälle ausgelöst worden, berichtete das Parteiorgan "Volkszeitung". Auf 1600 Meter Länge wurde eine Strasse verschüttet. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping rief zu grössten Anstrengungen auf, um noch Überlebende zu finden.

Hunderte von Helfern suchten nach Vermissten. Auch waren Schaufellader im Einsatz. Wie die Chancen sind, dass noch weitere Überlebende gefunden werden, war unklar. Die Erdmassen hatten sich von einem hohen Berghang gelöst.

Auch sei ein Fluss über zwei Kilometer zugeschüttet worden, berichtete das Staatsfernsehen. In Filmaufnahmen war zu sehen, wie sich das Wasser einen neuen Weg durch das Geröll bahnte.

Seit Wochen gehen in China heftige sommerliche Regenfälle nieder, die jedes Jahr schwere Überschwemmungen und häufig Erdrutsche auslösen. Das Unglück passierte in einer hügeligen Gegend von Sichuan, die von den Minderheiten der Tibeter und der Qiang bewohnt wird. Der Kreis Mao liegt rund 200 Kilometer nördlich von der Provinzhauptstadt Chengdu.

In der Provinz wurden mehrere andere Erdrutsche auch aus dem Kreis Puge gemeldet, wo zwei Dorfbewohner ums Leben kamen und vier verletzt wurden. Schwere Niederschläge gingen auch in den zentralchinesischen Provinzen Hunan und Hubei nieder, die schwere Überflutungen meldeten.

Mindestens 390'000 Menschen seien betroffen, berichtete Xinhua. Mindestens zwei Menschen seien in Hunan ums Leben gekommen. Auch hier sei das Risiko von Erdrutschen gestiegen, warnten die Behörden.

(SDA)