Maudets Assistenz bei Operation sorgt für neue Polemik

Der angeschlagene Staatsrat Pierre Maudet ist Teil einer neuen Kontroverse. Auf Einladung von Professor Philippe Morel nahm der Magistrat am 24. September an einer Operation an den Genfer Universitätsspitälern (HUG) teil. Die Patientin wurde nicht benachrichtigt.
09.10.2018 17:40

Solche Besuche seien nur unter der ausdrücklichen Bedingung gestattet, dass der Patient, der sich einer Operation unterziehe, informiert werde und seine ausdrückliche Zustimmung gebe, sagte der Sprecher der HUG, Nicolas de Saussure, am Dienstag auf Anfrage. Er bestätigte damit Informationen von Radio Lac und dem Westschweizer Fernsehen RTS.

Bei diesem Eingriff war dies jedoch nicht der Fall. Zudem wurde Maudet laut de Saussure erlaubt, eine Konsole zu steuern und Instrumente im Körper des Patienten zu bewegen, ohne allerdings das Gewebe zu berühren. Die an der Operation beteiligten Mitarbeiter meldeten den Vorfall an die HUG-Geschäftsleitung.

Eine interne Untersuchung wurde durchgeführt. Das HUG beschloss, den Chirurgen Philippe Morel bei der kantonale Kommission zur Überwachung der Gesundheitsberufe anzuzeigen. Der Generalstaatsanwalt von Genf, Olivier Jornot, wurde über den Fall unterrichtet.

Morel stritt auf eine Frage von Radio Lac ab, dass Maudet die Kontrolle über den Roboter übernommen habe. "Ich hatte ihn nicht nötig, um zu operieren. Die Familie des Patienten war sich dieses Besuchs bewusst", antwortet er. Der Chirurg, ein ehemaliges Mitglied des Grossrats, kündigte seinerseits an, Klage wegen Diffamierung einzureichen.

Staatsrat Maudet steht seinerseits seit Monaten unter Druck. Der FDP-Politiker wurde Ende September von der Genfer Staatsanwaltschaft als Angeklagter wegen Vorteilsnahme angehört.

Er geriet wegen seiner umstrittener Reise nach Abu Dhabi ins Visier der Justiz. Im Zuge der Affäre musste der Sicherheitsdirektor die Hoheit über die Polizei und den Flughafen sowie das Regierungspräsidium abgeben.

(SDA)