Mehr als 9000 Einsatzkräfte bekämpfen Waldbrände in Chile

Die verheerenden Waldbrände halten Chile weiter in Atem: Tausende Einsatzkräfte kämpften am Samstag unermüdlich gegen die sich immer mehr ausweitenden Flammen an, wie Präsidentin Michelle Bachelet mitteilte.
28.01.2017 19:30

Mehr als 4500 Feuerwehrleute und Forstbeamte sowie 4600 Soldaten, Polizisten und andere Beamte wurden mobilisiert. "Wir bekämpfen die Brände ohne Pause", sagte Bachelet. Auch dutzende Löschflugzeuge und -Helikoper waren im Einsatz.

Die nach Angaben der Regierung schlimmsten Waldbrände in der Geschichte Chiles wüten bereits seit mehr als einer Woche im Süden und im Zentrum des Landes. Elf Menschen kamen bislang ums Leben.

Etwa 4800 Quadratkilometer Land, fast die Fläche des Kantons Wallis, fielen den Flammen zum Opfer. Tausende Bewohner der dünn besiedelten Region mussten ihre Häuser verlassen. Mehrere Dörfer wurden komplett zerstört.

Nach Angaben der nationalen Forstverbands sind inzwischen 49 der 110 Brandherde unter Kontrolle, ein Brand sei vollständig gelöscht worden. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung ein. Mehr als 35 Menschen wurden inzwischen festgenommen.

Hohe Temperaturen über 35 Grad und starker Wind erschweren die Löscharbeiten. Frankreich, Peru, Portugal, Spanien, Kolumbien, Argentinien und Mexiko entsandten über 500 Feuerwehrleute als Verstärkung für die chilenischen Einsatzkräfte.

Auch aus der Luft bekommt Chile internationale Unterstützung. Seit Mittwoch laufen die Einsätze des "Supertankers", einer US-amerikanischen Boeing 747-400, die bei jedem Flug 72 Tonnen Wasser abwerfen kann. Das grösste Löschflugzeug der Welt wird mittels privater Finanzierung mindestens zwei Wochen im Einsatz bleiben. Russland hat die Entsendung einer Iljuschin Il-76 zugesagt.

(SDA)