Mehr Fälle zur Geldwäscherei im Visier der Finma

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat im abgelaufenen Jahr deutlich mehr Fälle im Bereich der Bekämpfung der Geldwäscherei bearbeitet als im Jahr zuvor: 22 Fälle waren es 2016 im Vergleich zu 9 im Jahr zuvor.
04.04.2017 10:00

Diese vergleichsweise höhere Anzahl von Fällen habe insbesondere mit internationalen Korruptionsfällen in Zusammenhang gestanden, teilte die Finma am Dienstag mit.

Aus ihrem jährlichen Enforcementbericht geht hervor, dass die Finma 2016 insgesamt 625 Abklärungen durchführte und 38 Enforcementverfahren zur Durchsetzung des Aufsichtsrechts abgeschlossen hat. Beide Zahlen liegen tiefer als im Vorjahr: 2015 waren es 794 Abklärungen und 55 Enforcementverfahren wurden abgeschlossen.

Die Jahresrechnung zeigt darüber hinaus, dass die Kosten der Finma gesunken sind. Der Aufwand fiel im Vergleich zum Vorjahr um 3 Millionen Franken auf 121 Millionen Franken. Damit seien die Kosten das zweite Jahr in Folge gesunken, hiesst es in der Mitteilung. Gedeckt werden diese Kosten und die gesetzlich vorgeschriebene Reservebildung von 12 Millionen Franken über Gebührenerträge und Aufsichtsabgaben.

Vor diesem Hintergrund lässt sich Verwaltungsratspräsident Thomas Bauer zitieren, dass die Finma in der Aufsicht "bewusst differenziert mit den Beaufsichtigten" umgehe und entsprechend "effizient und schlank" sei. Er wehrt sich damit gegen den pauschalen Ruf nach Deregulierung: "Nicht einfach weniger ist mehr, sondern gezielt ist mehr", so Bauer.

Eingesparte Kapazitäten will er für neu aufkommende Themen einsetzten, gegen die Risiken von Cyberangriffen oder gegen Risiken in Zusammenhang mit der Auslagerung von Geschäftstätigkeiten bei den Beaufsichtigten.

(SDA)