Mehrverkehr in Deutschschweizer Städten von ÖV und Velo aufgefangen

Der Verkehr in den sechs grössten Deutschschweizer Städten hat in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Der Grund: die Bevölkerung wuchs und auch die Zahl der Arbeitsplätze. Allerdings wurde der Mehrverkehr von öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Velo aufgefangen.
02.11.2017 12:42

Das ergab der zweite "Städtevergleich Mobilität", den Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen am Donnerstag veröffentlichten. Die sechs Städte haben demnach ähnliche Herausforderungen zu meistern: Sie wachsen auf begrenztem Raum, die Siedlungsdichte nimmt zu, die Zahl der Arbeitsplätze und damit auch jene der Pendler steigt, wie auch die Ansprüche an eine gute städtische Lebensqualität zunehmen.

Die meisten Ähnlichkeiten weisen die drei Grossstädte Zürich, Basel und Bern auf. Dort ist der Anteil des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs am Gesamtverkehr der städtischen Bevölkerung mit 77 Prozent überdurchschnittlich hoch. Zudem besitzt in Zürich und Basel nur jede dritte Person ein Auto, schweizweit ist es im Durchschnitt jede zweite Person.

Die drei mittelgrossen Städte Winterthur, Luzern und St. Gallen weisen untereinander ebenfalls grosse Ähnlichkeiten auf, doch ist die Bedeutung des motorisierten Individualverkehrs vergleichsweise höher als in den Grossstädten: 33 Prozent der Luzerner Bevölkerung und 35 Prozent der Einwohner in St. Gallen und Winterthur benutzen das Auto als Hauptverkehrsmittel.

In allen sechs Städten hat die Zahl der verunfallten Personen mit Verletzungen gemessen an der Einwohnerzahl laut dem Vergleich deutlich abgenommen. Im Städtevergleich falle auf: Von allen Wegen, welche die Stadtbevölkerung mit dem Auto zurücklegt, seien immer noch rund 40 Prozent kürzer als 5 Kilometer. Im Nahdistanzbereich der Autofahrten bestehe also nach wie vor Potenzial für die Nutzung anderer Verkehrsmittel.

Auch diesen zweiten "Städtevergleich Mobilität" haben die Städte Zürich, Basel, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen gemeinsam erarbeitet. Der Bericht enthält unter anderem Kennwerte zu den Verkehrsinfrastrukturen sowie Daten aus Verkehrszählungen. Zusätzlich werden Kennwerte aus dem Bereich Sicherheit und Umwelt verglichen.

Bei einigen Indikatoren kann die zeitliche Entwicklung gezeigt werden - dies auf Basis der verfügbaren Zahlen aus dem ersten Bericht 2012 (mit dem Datenbestand von 2010) und dem nun vorgelegten zweiten Bericht (mit dem Datenbestand von 2015).

(SDA)